Mit ihren pastos verfließenden Gemälden inszeniert Andrea Bender eine befremdliche Kluft zwischen Figur und Farb-Kulisse. In opulenten Schlössern, die an Versailles denken lassen, aber auch an die Schauplätze von Schauergeschichten im Stil Howard Phillips Lovecrafts, herrscht eine merkwürdige, nur schwer fassbare Wirklichkeit der Vertauschungen und Verwirrungen. Die Bildfiguren sorgen für unverhoffte Verschleifungen von real und erträumt, schön und hässlich, leicht und schwer. Einerseits setzt Bender die menschlichen Körper als schwerlastende Materie, andererseits löst sie die Körper auf, zeigt sie als durchlässige Visionen, als immaterielle Phänomene. Sie schafft eine Malerei, die jenseits allen schwerlastenden Pathos schwebende Bedeutungen und durchlässige Welten erzeugt, klischeehafte Vorstellungen parodiert und sich jeder glatten, stubenreinen Ästhetik widersetzt. (Text Peter Joch)
Der 1955 in Zürich geborene Schweizer Künstler Beat
Zoderer bewegt sich in seinem vielschichtigen Werk an den Schnittstellen der
Kunstgattungen. Seine Arbeiten changieren zwischen Oberfläche und
raumgreifendem Objekt, zwischen Skulptur und Installation und zeichnen sich
durch ein ironisches Spiel mit dem Erbe der Konkreten Kunst und der Op Art aus.
Am Beginn seines Schaffens waren die Materialien
zunächst Fundstücke aller Art, die eine eigene Geschichte bereits mitbrachten,
wie z.B. alte Bilderrahmen. In Zoderers neueren Werken sind handelsübliche
Gebrauchsmaterialien wie Holz, Blech, Textil oder Plastik die Ausgangsbasis für
Fräsungen, Bohrungen und Verleimungen. In einem Komplexen Prozeß zwischen
Wegnehmen und Hinzufügen, einem Spiel zwischen Ordnung und Unordnung kreiert
Zoderer damit voluminöse Objekte, die aus der Wiederholung von Formen,
Schichten und Rastern bestehen. Die Ähnlichkeit der Formen wird hier mit dem
Kontrast der Farben konfrontiert.