Fernando García Correa // Agustín González

08.06.2018 - 28.07.2018

 

Eröffnung: 08.06.2018, 19-21 Uhr

 
Ausstellungsdauer: 09.06.2018–28.07.2018

 

 

Pressemitteilung

Fernando García Correa und Agustín González – Conexión Mexicana

 

Bereits zum zweiten Mal zeigt die Galerie Michael Sturm Arbeiten des mexikanischen Künstlers Fernando García Correa. Schon während des Studiums hat er sich der Abstraktion verschrieben und so sind seine Arbeiten direkte Auseinandersetzungen mit den Traditionen nichtdarstellender Kunst und einer Reflexion über deren Potentiale. Correa arbeitet zwar in Serien, versteht diese allerdings nicht als abgeschlossene Entitäten, sondern als Fundus, aus dem sich stets neue Werke generieren lassen. Er beschreibt seine Arbeit als zyklisch, als Kontinuum. Querbezüge resultieren aus dem künstlerischen Prozess, bei dem er innehält, zurückkehrt, versucht Distanz zum Geschaffenen aufzubauen, um eine Offenheit zu entwickeln, die sich in der Vielfalt seiner Werke ausdrückt. Verbindungen entstehen zwischen den Arbeiten einer Serie oder zwischen Serien, durch Elemente, Materialien, Kompositionen, die der Künstler erneut aufgreift. Dies schlägt sich auch in den verwendeten Techniken nieder, unter anderem der Collage. In der neuenSerie Gambetas Y Concresiones beispielsweise arbeitet er mit getrockneten Acrylformen, die auf der Malpalette entstehen. In erhärtetem Zustand appliziert Correa die organischen Formen auf seine Arbeiten auf Papier, die zwischen Zeichnung und Malerei oszillieren. Das Verhältnis von Träger und Material wird über die Zeit im künstlerischen Prozess ausgelotet, ein Netzwerk entsteht, das stetig erweitert wird.

 

Agustín González kommt aus einer jüngeren Generation mexikanischer Künstler, für die die Unterscheidung zwischen Abstraktion und Figuration obsolet geworden ist. Beide Ausdrucksformen treffen in den pastosen Malereien von González aufeinander, die in der Tradition figürlicher, magisch-mystischer mexikanischer Malerei stehen. Figürliche Traumbilder werden mit geometrischen Farbfeldern konfrontiert und zeigen uns auf spezifische Weise die Möglichkeiten dieser lebendigen Malerei. Es pulsiert und wabert in seinen Bildern, zwischen Materialität und Komposition, zwischen Detailreichtum und Reduktion. González verfolgt in seinen Bildern persönliche Visionen oder er setzt sich mit den Ideen von Schriftstellern auseinander. In seiner neuesten Serie geht er Eduardo Galeanos Gedanken über die Utopie nach: “Utopia is in the horizon. I go two steps closer, and it goes two steps further. I walk ten steps and the horizon moves ten steps away. As much as i walk, i will never reach it. Then, what is the use of utopia? For this: to keep on walking.” (Las palabras andantes, 1993). Die kleinformatigen Arbeiten im Korridor und im Oberlichtraum der Galerie zeigen Expressionen dieser Gedanken, Figuren vor einem nächtlichen Himmel, oft sehnsüchtig in Rückenansicht dargestellt. In den neueren Arbeiten greift González auf den Baum als wiederkehrendes Bildmotiv zurück. Der Ahuehuete genannten Sumpfzypressewird in der mexikanischen Kultur eine besondere Bedeutung zugesprochen. Der Name kann mit >der alte Mann trinkt< übersetzt werden. Für González birgt diese Bedeutung, neben autobiografischen Elementen, allgemeinen Assoziationen zu Wurzeln, Herkunft und Wachstum, ein fruchtbares Moment, dem er in seinen Bildern nachspürt.

 

Fernando García Correa (Mexico City, *1958) studierte zunächst Malerei und Skulptur in seiner Heimat Mexiko an der La Esmeralda Universität in Mexico (1978-80) und dann in Paris, wo er mit einem Zeichnungsdiplom mit Auszeichnung an der École des Beaux-Arts abschloss (1980-83) und bis 1991 lebte. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, z.B. 2010 durch eine Förderung der Pollock-Krasner Foundation oder 2015 durch ein staatliches Stipendium des Systema National de Creadores. Sie ist Teil zahlreicher privater und öffentlicher Sammlungen, u. a. des Museo de Arte Contemporáneo Carrillo Gil Mexico und des Museo de Arte Abstracto Manuel Felguerez in Zacatecas. Fernando Garía Correa lebt und arbeitet in Mexico City.

Agustín González (Mexico City, *1978)studierte ebenfalls an der La Esmeralda Universität in Mexico (2001-2006). Zahlreiche Preise wurden ihm vergeben, so dreifach der Preis der FONCA für aufsteigende Künstler und 2013 der Preis der Zona Maco der Tequila Stiftung. Seine Arbeiten sind u. a. in den Sammlungen JUMEX, PAMM Pérez Museum Miami, British Museum und der Grafischen Sammlung Staatsgalerie Stuttgart vertreten. Die Ausstellung Conexión Mexicana ist seine erste Einzelausstellung in der Galerie Michael Sturm. Agustín González lebt und arbeitet in Santiago de Chile.