Paper Positions Basel

Von 12. bis 17. Juni freuen wir uns auf Ihren Besuch an unserem Stand Nr. 26 auf der Paper Positions Basel.

Dort zeigen wir Arbeiten von Rebecca Salter, Stefan Zsaitsits, Marcia Hafif, Kevin Simón Mancera und Frank Badur.

Gerne halten wir Sie während der Messe über Instagram und Facebook auf dem Laufenden.

 

Buchpräsentation und Künstlergespräch mit Thomas Müller

Im Kunstmuseum Stuttgart fanden im vergangenen Herbst fünf Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung Klein statt, darunter auch eines mit Thomas Müller. Dazu erschien jüngst die Publikation „Kunstsache. Künstlergespräche“ (Hrsg. Ulrike Groos und Carolin Wurzbacher/ modo Verlag). Wir nehmen die Buchpräsentation und seine aktuelle Ausstellung POLE (13.04.- 02.06.2018) zum Anlass, um mit ihm über seine Arbeiten in den Dialog zu kommen und möchten Sie herzlich dazu einladen.


Dienstag, 15. Mai 2018, 19 Uhr

in der Galerie Michael Sturm, Stuttgart

Moderation: Marie-Luise Namislow (Galerie Michael Sturm)

und Carolin Wurzbacher (Kunstmuseum Stuttgart)

Eintritt frei

Im Orkan der Linien

Stuttgart - Von hier aus – das war einst ein Durchsetzungsschlagwort, wurde Ausstellungstitel, Markenbegriff für eine letztlich sehr kleine Künstlermannschaft. Mit all dem hat Thomas Müller nichts zu tun. Oder doch? Von hier aus – das wäre doch was. Das wäre ein Ziel. Gerade, weil man es nicht beschließen kann.

Von hier aus. Thomas Müller lebt es. 1959 in Frankfurt geboren, studiert er von 1979 an der Stuttgarter Akademie. Er profitiert 1991 von einem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, 1992 von einem Gastaufenthalt an der Cité des Arts in Paris. Als früh gefeierter Zeichner. Als kritisch beäugter Vertrauter der Linie. Als einer, der auszieht, leise kraftvoll zu sein. Als ob das reichen würde! Als ob das aktuell wäre!

Thomas Müller bleibt. Agiert von hier aus, von Stuttgart aus. Und setzt auf die Linie, vertraut ihr, folgt ihr, horcht ihr nach, lässt sie klingen, sich vervielfältigen und vernetzen. Bleistift, Kugelschreiber, Silberstift, Tuschstift und Pinsel – Thomas Müller arbeitet und reist mit leichtem Gepäck. Zuletzt nach New York. Sean Scully hatte ihn eingeladen, in seinem Atelier auszustellen. Viele Worte macht der Stuttgarter, mit seinem Werk umfassend etwa im Musée national d’Art Moderne im Pariser Centre Pompidou vertreten, nicht. Müller zieht buchstäblich seine Linie(n). Hinein und durch neue Räume.

Jüngste Ergebnisse zeigt nun die Galerie Michael Sturm in Stuttgart, angestammte Erstaufführungsbühne für Müller-Neues (Christophstraße 6). „Pole“ heißt die Schau. Wieso? „Pole“, lässt die Galerie wissen, „wirken hier auf diversen Ebenen, sei es das Verhaltnis von Linie und Fläche, Ordnung und Chaos, Leere und Fülle oder Hell und Dunkel betreffend“.

Entsprechend wird man von einem Ganzen empfangen, das seine Teile wirken lässt, ihnen Raum gibt. Dann aber dies: Gerade überzeugt Müller im Hauptraum der Galerie mit kraftvoll gesetzter Farbe, macht er im Oberlichtsaal mit den eigentlich neuen Arbeiten alle Hoffnung auf eine durchgehende Lesart wieder zunichte. Silberstiftlinien treten auf, verbünden sich, verbinden sich, summieren sich, durchdringen sich, geben ein Ganzes, das einen Raum formiert, der eigentümlich körperhaft erscheint.

Immer schneller drehen sich, verbinden sich die Linien. Kunst in Orkanstärke? Ein Zeichner macht es möglich. Im Vertrauen auf die Linie. Von hier aus.

 

Quelle: „Im Orkan der Linien“ von Nikolai B. Forstbauer in den Stuttgarter Nachrichten am 20. April 2018.

 

No Place Berlin

Die Ausstellung „No Place / Like Home“ im Gebäudeensemble GLINT verbindet zeitgenössisch das Lokale mit dem Globalen

Berlin, 19. April 2018 – Mit dem Start des Berliner Gallery Weekends eröffnet im historischen Gebäudekomplex GLINT eine besondere Gruppenausstellung: Vom 27. April bis 12. Mai können Besucher im ersten Obergeschoss des neoklassizistischen Objekts an der Glinka-, Ecke Taubenstraße in Berlin-Mitte die Kunstausstellung „No Place / Like Home“ entdecken.

Interkulturelle Kunst-Kooperationen vereint unter einem Dach

Auf einer Fläche von 450 Quadratmetern bringt die Ausstellung zwei Ideen zusammen: Das Projekt "No Place" wurde von den Galerien Arroniz Arte Contemporaneo, Mexiko, NF/NIEVES FERNANDEZ, Spanien, Galeria Nueveochenta, Kolumbien und Galerie Michael Sturm, Deutschland im vergangenen Jahr zur Art Lima in einem historischen Gebäude in Peru gegründet. Diese Zusammenarbeit wird unter dem Namen „No Place" nun in Berlin zum zweiten Mal fortgeführt.

Der Berliner Kurator Rüdiger Lange (loop raum für aktuelle kunst) hatte zuletzt im September 2017 mit der vielbeachteten Gruppenausstellung „Standard International #4 Spatial Clearings” die Räumlichkeiten von GLINT mit Lichtkunst belebt. Mit „Like Home“ zeigt er nun die Vielfalt internationaler Einflüsse auf die lokale Kunst in Berlin – beispielhaft vermittelt mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die einen starken Bezug zu Lateinamerika und Berlin haben.

Zeitgenössische Kunst im historischen Umfeld

Die Ausstellung No Place / Like Home versteht sich als temporäre Fusion zweier unabhängiger Formate. Im Fokus steht der Dialog von Kunst, Kultur und Architektur. „Wir freuen uns, der Kunstausstellung No Place / Like Home diese Plattform bieten zu können. Im GLINT, mit seiner besonderen Atmosphäre, können internationale Galerien und in Berlin lebende Künstler in den Dialog treten,“ sagt Marc F. Kimmich, Kunstliebhaber und Vorstand der COPRO AG. „Die historische Immobilie GLINT bietet dabei den perfekten Kontrast zu diesem kulturellen Austausch.“

 

Künstler und Künstlerinnen der Ausstellung:

No Place: Sven Braun, Mauro Giaconi, Omar Rodríguez-Graham, Juan Fernando Herrán, Fritzia Irizar, Russell Maltz, Kevin Simón Mancera, Moris, Pipo Hernández Rivero

Like Home: Gonzalo Reyes Araos, Carla Bertone, Isabelle Borges, Pablo Griss, Carla Guagliardi, Birgit Hölmer, Franz Küsters, Maria Muñoz, Francisco Rozas, Carlos Silva, Alejandro Stein

 

Eröffnung

Freitag 27.04.2018 18:00 - 24:00 Uhr

 

Öffnungszeiten

Gallery Weekend
 
Freitag 27.04.2018
Samstag 28.04.2018
Sonntag 29.04.2018
11:00 - 19:00 Uhr
 
Ausstellung
02.05.2018 - 12.05.2018 
 
Mittwoch - Samstag
13:00 - 19:00 Uhr
(10.05.2018 geschlossen)

 

Adresse

GLINT
Glinkastraße 17
10117 Berlin

 

Weitere Informationen zu der Ausstellung und den Künstlern finden Sie unter:

Art Dubai 2018

Vom 21. bis 24. März 2018
nehmen wir gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
 an der Kunstmesse ART DUBAI in Dubai teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Thomas Müller, Gerd Hasler, Borjana Ventzislavova,
Henk Stallinga, Mary A. Waters und Wolfram Ullrich.



Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand B14.

Drawing Now Paris 2018

Vom 22. bis 25. März 2018
nehmen wir gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
 an der Kunstmesse DRAWING NOW in Paris teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Rebecca Salter, Kevin Simón Mancera, Thomas Müller,

Dorothea Schulz, Marianne Lang, Stefan Zsaitsits und Marcia Hafif.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C12.

Auch Trauben haben Abgründe

Das zweite Album, heißt es in der Musikbranche, ist das schwerste. Ganz falsch ist dieser Satz auch in der Kunst nicht. Folgt einer ersten, im besten Fall beklatschten Einzelausstellung in einer Galerie eine zweite, ist diese meist entscheidend für die Frage, ob Galerie und Künstlerin oder Künstler weiter zusammenarbeiten. Entsprechend aufmerksam dürfte der zweite Solo-Auftritt der vormaligen Dieter-Krieg-Meisterschülerin Andrea Bender in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart (Christophstraße 6) verfolgt werden.

„Abwesend“ ist die Schau betitelt – obgleich doch das zentrale Bild „Vogelbauer Lotte“ prall gefüllt ist mit buchstäblich blühender Malerei. Und Lotte? Sie ist tatsächlich so abwesend wie auch die Blicke der Figuren in Andrea Benders Arbeiten. Da kommt jene Kälte, kommen jene Abgründe ins Spiel, die den ersten Auftritt der 1972 geborenen Andrea Bender bei Michael Sturm kennzeichneten.

Wie also klingt es, dieses zweite Album? Nicht immer so kühn, böse und eigenwillig verführerisch wie in der Trilogie „Trauben“. Diese aber stammt, wie das Lotte-Suchspiel aus diesem Jahr – und liefert die beste Begründung für die Frage, was nun wohl kommt. Die Lust am dritten Album, am dritten Solo-Auftritt bei Michael Sturm, ist geweckt.

Ein bisschen überall – darf man das mit Blick auf das Schaffen des in Wien lebenden Schweizers Heiri Häfliger sagen? Der vormalige Franz-West-Assistent arbeitet mit Alltagsmaterialien, doch nicht nur die Arbeiten, die Michael Sturm nun unter dem Titel „Odeur“ versammelt hat, scheinen den letzten Schritt in die eigene Souveränität zu scheuen. Da ist doch sehr viel Skulptur im Gepäck, bewusstes und allzu ablesbares Abzielen auf Materialgegensätze zudem.

Andererseits: ist es nicht wohltuend, ein Thema wie Globalisierung einmal schlicht im Zusammenspiel farbigen Toilettenpapiers zu behandeln? Die Sache also ist vertrackter und hintersinniger, als es auf den ersten Blick scheint. Für ein wirkliches Urteil fehlt die Breite des Blicks auf Häfligers Schaffen – und also muss es kommen, das zweite Album, muss er kommen, der zweite Auftritt.

Quelle: "Auch Trauben haben Abgründe" von Nikolai B. Forstbauer in den Stuttgarter Nachrichten am 2. März 2018.

Galerie Michael Sturm auf der Zona Maco 2018

Vom 7. bis 11. Februar nehmen wir an der Messe Zona Maco in Mexiko teil.

An unserem gemeinsamen Stand E213 mit der baeckerstrasse4 zeigen wir neue Arbeiten von Dave Bopp, Fernando García Correa, Heiri Häfliger, Kevin Simón Mancera, Luis Casanova Sorolla, Henk Stallinga und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Drunter und Drüber

Auf die Monumentalität Herbert Egls antwortet Dorothea Schulz mit dem Elan der Kleinform.

Nichts gesehen, aber viel erlebt. So könnte man den Eindruck beschreiben, den die Arbeiten von Herbert Egl beim Betrachter hinterlassen. Die fulminanten Materialgemälde des Stuttgarter Künstlers bringen in der Galerie Sturm einen ganzen Raum zum Vibrieren – allein durch die Kraft der Linie und das Drunter und Drüber der Bildelemente. Die weißen Wellen, deren Schwingungsdynamik über die Leinwände hinauszufließen scheint, sehen aus, als wäre Herbert Egl mit einem grobzackigen Kamm durch die Acrylmasse gefahren. In den Zwischenräumen deuten sich aus der Tiefe bald nebulöse Farbstrukturen an, bald Kalligrafien aus schwarzen Bindfäden. Doch nie schafft es das Auge, sich richtig scharf zu stellen. Und auch die Worte, die das Ganze beschreiben wollen, laufen ins Leere. Das monumentale Neoinformel (17000 Euro) lebt allein in der Formerfahrung des Augenblicks.

Während Herbert Egl in seinen Arbeiten auf die Überwältigung durch große Gesten setzt, erwacht bei der ebenfalls in der Galerie Sturm ausstellenden Künstlerin Dorothea Schulz der Elan der Kleinform – sowohl in den Gouachen aus der Reihe „Selbstgesprächsfetzen“ (ab 1600 Euro) mit ihren assoziativen Bild-Text-Witzen als auch in zwei ihrer Tuscheblätter, auf denen groteske Gestalten zum psychedelischen Wimmelbild zusammendrängen. Viele Gesichter erinnern an die Fantasiefratzen eines Hieronymus Bosch, andere an Aliens aus dem Science-Fiction-Film und einige sogar an Karikaturen von Angela Merkel.

Quelle: „Drunter und Drüber“ von Georg Leisten in der Stuttgarter Zeitung vom 15.12.2017.

 

PINTA Miami

Von 6. – 10. Dezember 2017 nehmen wir am Sonderformat Pinta Platforms der Pinta Miami 2017 teil. Gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4 präsentieren wir in diesem Rahmen die Installation 'Lumen Balance' unseres Künstlers Henk Stallinga. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Über das Solo Project Pinta Miami 2017:
Zum ersten Mal findet im Rahmen der Messe Pinta Miami das innovative Format Pinta Platforms statt, welches von Roc Laseca mit einem Fokus auf moderne und zeitgenössische Kunst kuratiert wurde.

Die Farbe kommt aus der Tiefe

Neues von Herbert Egl und Dorothea Schulz in der Galerie Sturm, Mueller-Roth setzt auf Nikolaus Koliusis.

In Stuttgarts Privatgalerien herrscht Hochbetrieb. Zahlreiche neue Ausstellungen locken. Mit einiger Spannung erwartet, zeigt der Maler Herbert Egl seinen neuen Werkzyklus in der Galerie Michael Sturm. „I like Chinese“ heißt die Schau.

 

Linien-Magie

 Herbert Egls Bilder erwachsen buchstäblich aus der Tiefe, immer ist der Maler sich selbst als Zeichner auf der Spur, staunt scheinbarüber die Folgen, die seine Liniengeflechte haben. Aus der Mitte heraus entwirren sie sich. Oder umgekehrt: zur Mitte hin verdichten sie sich, verschwinden in einer imaginären Tiefe, um – als Teil einer Farbexplosion zugleich – sofort wieder zurückgeschleudert zu werden.

Was aber geschieht, wenn man diesen Drang zur Mitte wegnimmt, die Verdichtung ausfällt, das Bildraumganze von Beginn an gleichwertiges Handlungsfeld ist? Dann hat man es mit einem neuen Werkzyklus des Stuttgarter Künstlers zu tun. Zu sehen ist er in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart. „I like Chinese“ ist die Schau betitelt, begründet auch durch „Anspielungen auf fernöstliche Kalligraphie“, wie es im Galerietext zur Ausstellung heißt.

Was geschieht? Auf ungrundierter Leinwand sind schwarze Bindfäden aufgebracht – und werden von weißer Acrylfarbe „verschluckt“, die nun wieder selbst zum Handlungsfeld wird. „Gekämmt“ wird die Fläche zur Linienfolge, zu einem Strukturgitter. Es ist ein harter Schnitt mit vorangegangenen Egl-Werkfolgen, und wohl auch deshalb haben die Mittelformate durchaus etwas Tastendes. Dann aber gibt es Bilder, auf die das neue Spiel der Kräfte wohl zuläuft, Arbeiten wie das Bild „Tischdecke“, das feinnervig das Liniengespinst zulässt, um zart fast die Mitte erblühen zu lassen.

An anderer Stelle setzt der Maler Egl seinen Dialog mit dem Fotografen Egl fort, treten – wie in „Eis“ – Fragmente einer unterlegten Fotografie hervor. Da ist er dann doch, der Spurenleger, Spurensucher und Spurenleser. Diesem folgt denn auch die Präsentation der Werke. Empfangen wird man von einem Aufbruch, von stürmischen Schritten im Egl-Neuland, von einer Folge, in der die Linien fast von leinwand zu Leinwand überzugreifen scheinen. Dann erst beruhigt sich die Lage, stellt sich die Frage nach gültigen Einzelbildern.

„I like Chinese“ – das hört sich so einfach an. Herbert Egl muss man Absicht untertellen. Auf leise Art Neuland zu betreten – das ist ihm gelungen.

 

Wort-Konter

Michael Sturm bleibt dem Künstlerdialog treu. Und so gesellen sich Aquarelle der in Berlin lebenden Karlsruherin Dorothea Schulz zu Egls „I like Chinese“-Folge. Ein Wortkonter und ein Wort-Konter, Ausrufezeichen und Fragezeichen zugleich. Wie bei dem deutlichen „zu lachs“. Da möchte man zustimmen, da möchte man dagegen sein, das glaubt man eingeordnet. Und dann ist da, klein, aber buchstäblich oho, dieses Fragezeichen. Wie also ist das jetzt mit dem lachs und dem lax?

Die Kunst von Dorothea Schulz? Ist eine Entführung an deren Grenzen. Eine Verführung, der Kunst zu misstrauen, um ihr doch fast euphorisch zu vertrauen. „Fastzeichnungen“ hieß die bisher vielleicht beste Werkgruppe, nun hält sie uns „Selbstgesprächsfetzen“ vor, 1000 Euro das Blatt, und im Oberlichtsaal der Galerie ebenso eine Aufforderung zur freudvollen Einzelentscheidung wie aber doch eigentlich zum umfassenden Sammlerzugriff.

Im Galerieflur ist derweil noch Raum für den „Himmel über Berlin“, Wolkenbilder, die so ungewollt wie folgerichtig auf eine weitere aktuell in der Christophstraße 6 zu sehende Position verweisen: Arbeiten von Nikolaus Koliusis.

 

Blau ist das andere

Am Anfang war die Fotografie, dann die Frage nach den Schritten auf dem Weg zum Bild – schließlich das Spiel mit den Materialien Folie und Spiegel, die Erörterung von Begriffen wie Bild, Skulptur und Installation. Und natürlich auch dies: Was war zuerst – das Licht? Der Raum? Das Material?

Niolaus Koliusis ist ein bestechend präziser Denker. Ein Künstler, der Wahrnehmung Form und Farbe werden lässt. „Blaubeziehung“ heißt seine aktuelle große Schau im Museum DKM Duisburg, und das Blau spielt auch jetzt die zentrale Rolle, wenn die Galerie Mueller-Roth offenkundig wieder in die Ausstellungsoffensive geht. Stuttgart tut dies ausgesprochen gut – umso mehr als Nikolaus Koliusis den Impuls geschickt nützt, um auf vermeintlich kleiner Fläche sein Folienalphabet auszubreiten.

Mehr denn je geht es dabei um das, was dazwischen liegt, um einen Raum aus Licht, Material und Bewegung. Und um das Selbstverständnis von Kusnt als bildgewordener Poesie. Alles ganz einfach, alles schlicht ungeheuerlich. Eine Zumutung. Die uns ermuntert: Blau ist das andere.

 

Quelle: Artikel "Die Farbe kommt aus der Tiefe" von Nikolaus Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 01.12.2017.

Galerie Michael Sturm auf der ARTBO 2017

Vom 26. - 29. Oktober 2017 nehmen wir erneut an der Messe ARTBO in Bogotá, Kolumbien teil.
An unserem gemeinsamen Stand C5 mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4 zeigen wir Arbeiten von Brigitte Stahl, Marianne Lang, Wolfram Ullrich, Nina Rike Springer, Henk Stallinga, Frank Badur, Gerald Moser, Roger Ackling, Thomas Gänszler und Danica Phelps. Darüberhinaus freuen wir uns über die Präsentation von Henk Stallingas Lichtinstallation Lumens in der Sonderschau SITIO.

Bilder vom Messestand gibt es hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Komplexes Spielzeug

Anna Kubelik sucht Inspiration in der Quantenphysik, Dave Bopp hält sich an die Botanik.

Was ein Amplituhedron ist, muss man nicht wissen, um sich im Alltag zurechtzufinden. In der Kunst von Anna Kubelik allerdings kommt dem physikalischen Modell eines mehrdimensionalen Universiums zentrale Bedeutung zu. In einer Werkreihe, die sie jetzt in der Galerie Sturm sowie in knapperer Form auf der Solitude vorstellt, versucht die Schweizerin, wissenschaftlicher Theorie eine kreative Gestalt zu geben.

Bereits das Relikt der Eröffnungsperformance, ein Konstrukt aus Metallstangen, ist eine verkappte Raumzeichnung. Ein Video dokumentiert die somnambule Choreografie, in der schwarz gekleidete Tänzer an dem Objekt die Schwerkraft herausforderten. Physik für den Hausgebrauch bieten dagegen die Holzspielzeuge (ab 950 Euro), die sich wie eine überkomplexe Version des Zauberwürfels gegeneinander verdrehen lassen. Ist Kubeliks Welt damit stramm mathematisch (und nicht leicht zugänglich), freut sich ihr Kollege Dave Bopp am Kreatürlichen. Tausende von Blattformen wachsen zu schmutzig bunten Bilddschungeln übereinander, schmatzend feucht und undurchdringlich.

(Quelle: Artikel "Komplexes Spielzeug" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, 13. Oktober 2017)

 

Galerie Michael Sturm auf der Art Bodensee 2017

Vom 21. bis 23. Juli 2017 nehmen wir wieder
an der Art Bodensee in Dornbirn teil!

Dort zeigen wir Arbeiten von Dave Bopp, Gabriela Oberkofler,
Mary A. Waters, MORIS,
Agustín Gonzalez, Frank Badur und Wolfram Ullrich.

Gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
präsentieren wir Henk Stallinga in einer Solokoje.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unseren
Ständen Nummer 34 und  7!

Mehr Informationen finden Sie in unserem Newsletter zur Messe.

Kunst ist im Pool

Linien. Nichts als Linien. Sie überziehen den Boden, die angrenzenden Wände. „Drawing Installation“ – das ist der Titel dieser Arbeit eines jungen Künstlers, der einen nicht mehr genutzten Pool zur Kunstbühne macht. Der New Yorker Russell Maltz ist 24, als er 1976 sein Projekt „Pool“ beginnt – und er selbst gibt mit „Drawing Installtion“ die Richtung vor – der Pool als Anlass konkreten Kunst-Handelns.

Wie in einer Zeitreise ziehen sich nun die Linien aus dem Pool von vor 40 Jahren aus dem Oberlichtsaal der Galerie Michael Sturm in Stuttgart über eine Wand im zweiten Raum. Noch immer ist dem längst zum Konzeptstar aufgestiegenen Russell Maltz – aktuell umfassend auch in der Stadtgalerie Saarbrücken zu sehen – die Linie eine Untersuchung wert, noch immer ist sie nie nur gesetzt, sondern ist Teil einer Fragestellung. Dies macht die Sache spannend – und begründet zugleich den Ausstellungstitel „Becoming Painted/Stacked“.

„Painted/Stacked“ – Gemalt/Gestapelt, das ist Maltz zur Marke geworden. Aber wie kommt es zur Reduktion beziehungsweise zur Konzentration auf die so typischen bemalten und voreinandergestellten Holzplatten? Diese von Maltz selbst eingerichtete Schau weist klug und spannungsreich den Weg. Da passt es durchaus, dass Franz Erhard Walther sich über den Goldenen Löwen der Biennale Venedig für sein Lebenswerk freuen kann. Die Ehrung lenkt die Aufmerksamkeit mit gutem Grund wieder weit zurück in eine Zeit, da Kunst sich als Handlung und als Handlungsanweisung verstand und daraus formgewordene Denkmodelle entwickelte.

Was sich trocken anhört, hatte und hat eine ganz eigene Spannung – und verweist nicht nur in der Erinnerung performative Missverständnisse der Gegenwart auf die dekorativen Plätze. Die „Pool“-Reihe von Russell Maltz aus den Jahren zwischen 1976 und 1980 ist fester Bestandteil dieser Umformulierung von Räumen und Orten.

Im besten Sinn spektakulär gelingt es in der Schau bei Michael Sturm, die besondere Intensität einer konsequent konkreten Künstlerposition erlebbar zu machen. Man spürt die Spannung von „Pool“ unmittelbar, taucht ein in eine begeisternde Phalanx an Zeichnungen und muss zudem auch auf die Wiedererkennungsmelodie der Stapelskulpturen nicht verzichten.

(Quelle: Artikel „Kunst ist im Pool“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 26. Mai 2017

 

 

 

NO PLACE, Lima

Wir freuen uns ein neues Projekt, eine gemeinschaftliche Intervention, anzukündigen. Zusammen mit den Galerien Arróniz Arte Contemporáneo (México), NF Galería (Madrid), Galería Nueveochenta (Bogotá) und Galería Frances Wu (Lima) werden wir vom 18-29. April eine pop-up Ausstellung in Lima eröffnen, die je zwei Künstlerinnen und Künstler jeder Galerie, insgesamt also 10 künstlerische Positionen umfasst. Das Projekt wird weitergehen und in der Zukunft an anderen Nicht-Orten stattfinden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage: http://www.no-place.me/.

Drawing Now 2017

Vom 23. - 26. März 2017 nehmen wir an der Messe DRAWING NOW in Paris teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten von Gabriela Oberkofler,
Kevin Simón Mancera, Astrid Köppe, Dorothea Schulz und Thomas Müller.

Außerdem wird eine Videoarbeit von Gianfranco Foschino in der neuen Sektion Drawing Now Video zu sehen sein.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C12!

Art Dubai 2017

Vom 15. bis 18. März 2017
nehmen wir gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
zum ersten Mal an der Kunstmesse
ART DUBAI in Dubai teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Thomas Müller,
 Gerald Moser, Henk Stallinga und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand B15.

Zwei Minuten sind ein Tag

Ausstellung der Woche: Henk Stallingas Grenzverschiebungen in der Galerie Michael Sturm

Metallringe verbinden sich, bilden Ketten, bilden Felder, bilden ein Hemd, an dem man schwer trägt. Die Ritter hofften einst, sich mit dem Kettenhemd schützen zu können. Die Verkettung der Umstände war indes schon vor 800 Jahren sprichwörtlich, und sie hat, wie der niederländische Installationskünstler und Gestalter Henk Stallinga deutlich macht, nicht von ihrer inhaltlichen Vielstimmigkeit verloren.

Stallinga verkettet gebogene Kunststoffröhren – innen LED-bestückt, können sie ganze Hallen einnehmen, machen aber auch als doppelbödiges Wandbild zwischen ertüchtigungs- und Erotikfreuden eine gute Figur. Letzteres lässt sich in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart überprüfen. Und „Figur“ ist noch nicht einmal eine falsche Fährte, lässt Stallinga, dessen Studio Stallinga für einige Akzente im internationalen Designfeld sorgen konnte, doch ein „dunkles Herz“ schlagen.

Wer die Grenzen von Kunst und Gestaltung auslotet, kann wortwörtlich schnell anecken. Gerade in Stuttgart, der Stadt, die sich etwa Anton Stankowski als Maler noch immer standhaft verweigert, gilt dies. Und so ist dieser erste Solo-Auftritt Stallingas bei Sturm von großem Interesse wie von großen Vorbehalten begleitet.

Die Spur Distanz, die Stallinga in den frühen 2000er Jahren zur Kunstszene hatte, kommt ihm nun indes zugute. Die Frage etwa, wie das ideale Bild zu einem erworbenen Dreisitzer passt, lässt sich am einprägsamsten durch die Umkehr beantworten: Wie musss der richtige Dreisitzer zum Bild aussehen? Bei Stallinga entsteht ein Ensemble, das man unterschätzen kann. Und doch wird eine Linie spürbar, die sich in einer zweiten zentralen Arbeit konkretisiert: Stallinga befragt das Material wie dessen Geschichte im Kunstzusammenhang. Ja, Stallingas „Lumens“–Lichlinien nehmen Fäden auf – aber sie stehen doch als (Weiter-)Leiter der Tageslichtwechsel souverän im aktuellen Skulpturenfeld. Mit dieser Leichtigkeit und Präzision kann der Tanz zwischen Kunst und Gestaltung gern weitergehen.

(Quelle: Artikel „Zwei Minuten sind ein Tag“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 03. März 2017)

Zona Maco, Mexiko 2017

Vom 8. bis 12. Februar 2017
nehmen wir an der Kunstmesse
ZONA MACO in Mexiko teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Dave Bopp, Fernando García Correa, Thomas Müller,
Brigitte Stahl und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C 214.

In der Freiheit eingesperrt

Natur ohne menschliche Spuren gibt es nicht, so Gabriela Oberkofler, die mit Daniel Sigloch ausstellt.

Die Taube ist nicht einverstanden mit dem, was hier passiert. Zwar kann sie nun munter vor der unberührten Kulisse eines Waldteichs vor sich hin gurren, aber wahrscheinlich wäre das Turtelvögelchen viel lieber unter seinen Artgenossen in der Großstadt, um Speiseabfälle vom Asphalt zu picken. Denn die Taube ist gefangen, mitten in der Wildnis. Da tröstet auch der rustikalschöne Käfig aus Zweigen nicht. Denn Natur pur, ganz ohne Spuren menschlicher Einflüsse und Einwirkung, ist kaum noch zu haben, selbst wenn Lebensmittel- oder Tourismusindustrie gerne das Gegenteil suggerieren.

Gabriela Oberkofler holt die bedrängten Lebenswelten von Tieren und Pflanzen zurück in das Bewusstsein einer vorwiegend urban geprägten Kunstszene. In der Stuttgarter Galerie Sturm, wo sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Sigloch auftritt, verfolgt sie diesen Ansatz in unterschiedlichen Medien. Ähnlich wie die Taube in der kleinen Videoinstallation (5800 Euro) trägt auch das Schaf auf dem gleichnamigen Aquarell (8500 Euro) den Stempel der menschlichen Unterwerfung.

Das gerasterte Muster eines Zauns zerlegt dem Tier buchstäblich das Fell. Ein nachdenklich machendes Bild. Im Vergleich zu dem grandiosen Archiv ausrangierter Weihnachtsbäume, das Gabriela Oberkofler zuletzt bei ihrer Ausstellung in der Kunsthalle Göppingen errichtete, wirkt die neue Auswahl aber ein wenig in der eigenen Botschaft erstarrt – seien es rosarote Schlachthofschweine oder eine für die ökonomische Verwertung zerkleinerte Latschenkiefer.

Eingängiger sind dagegen die Beiträge von Daniel Sigloch, der einst als Mitglied der Künstlergruppe Filderbahnfreundemöhringen, bevor er sich mit digital überarbeiteten Fotografien für eine Solokarriere entschied. In der Galerie Sturm zeigt der gebürtige Stuttgarter Wald- und Wasserlandschaften, die sich schimmernd überlagern. Nicht die Welt wird wiedergegeben, sondern eine diffuse Erinnerung an die Welt, was je nach Format zwischen 700 und 6500 Euro kostet.

Mitunter verkehrt sich das Cross-over der Realitäten sogar in das komplette Gegenteil. Die Aufnahmen einer Gebäudesprengung etwa lässt Siglochs Fotoverwandlung aussehen wie das warmgoldene Gewölk auf den Gemälden alter Meister.

(Quelle: Artikel „In der Freiheit eingesperrt“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Dezember 2016)

UNTITLED Miami 2016

 

Dieses Jahr sind wir erneut 
auf der Messe UNTITLED Miami vertreten.
Vom 30. November - 4. Dezember 2016 zeigen wir dort
Arbeiten von Mikael Fagerlund, Marcia Hafif und Lieven Hendriks.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Messestand C31!

Galerie Michael Sturm auf der ARTBO 2016

Vom 27. - 30. Oktober 2016 nehmen wir erneut an der Messe ARTBO in Bogotá, Kolumbien teil und sind dieses Jahr an gleich drei Orten auf dem Messegelände präsent:  
An unserem Stand A48 zeigen wir Arbeiten von Gianfranco Foschino, Károly Keserü, Dave Bopp, Russell Maltz und Wolfram Ullrich.

Bilder vom Messestand gibt es hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Art Alarm 2016!

Am 24. und 25. September 2016 laden die Stuttgarter Galerien wieder zum Galerienrundgang Art Alarm ein. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wir freuen uns zum Anlass des diesjährigen ART ALARMS die Ausstellungen der Mexikanischen Künstler MORIS - ESCAPANDO DE LA SOGA und FERNANDO CARABAJAL - TINTENFISCH (DISKURS OHNE WORTE) anzukündigen. Mit den Ausstellungen begehen wir außerdem das zwanzigjährige Bestehen der Galerie. Zusätzlich möchten wir gemeinsam mit Ihnen die Präsentation des aktuell im Kerber Verlag erschienen Katalogs von MORIS »The Triumph of the Rat« (zur gleichnamigen Ausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken 2015) feiern. Der Katalog ist dreisprachig (DE, ESP, ENG) und online oder in der Galerie erhältlich (Gestaltung: Studio Nicolas Zupfer).

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und haben

am Samstag, 24.9.2014, von 11 bis 20 Uhr und
am Sonntag, 25.9.2014, von 11 bis 18 Uhr

für Sie geöffnet!

Gras wächst im Museum

Die Stuttgarter Objektkünstlerin Vanessa Henn und der Leipziger Maler Sven Braun wagen den Dialog – in der Stuttgarter Galerie Michael Sturm.

Malerische Effekte beherrscht Sven Braun virtuos – und entsprechend unterläuft der Leipziger nur zu gerne auch die eigenen Qualitäten. Das Spiel mit dem Oberlichtraum in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart (Christophstraße 6) war offenbar zu verlockend. Und so spiegelt sich in seiner „Narbe“, die Gras im Museum wachsen lässt, das Raster der Oberlichtfenster. Zugleich ist es eine Szenerie der Distanz, der Malerei über Malerei – einer Malerei, die ihren Rang als Äußerung ebenso bestätigen kann wie auch Gefahr laufen muss, buchstäblich auszufransen.
Diese Sorge muss man sich bei Vanessa Henn nicht machen. Die 1970 geborene Stuttgarterin begibt sich in ein bewusstes Kunst-Sparring mit Braun – und zeigt vor allem mit ihren Wandskulpturen „Masterplan“ und „Subsystem (in Produktion)“ Kante.
Handläufe reloaded – das war Henns Erfolgsrezept. Und auch jetzt ist sie, mit „Touched“, wieder auf Reise durch verlorene Qualitäten. Da folgt man dann auch gerne einer „Umschreibung“, in der sich die Holzfundstücke wunderbar einfältig zu einer skulpturalen Linienfiguration verbinden. Die Materialbefragung treibt Henn in kleinformatigen Arbeiten („Sheer“) weiter, in denen Transparentpapier-Rechtecke, erneut fotografiert, nurmehr als geometrische Struktur wahrnehmbar sind. Ist es aber auch ein Schritt nach vorne? Da steckt doch in der Wandskulptur „Brechung und Bewegung“ von 2014 weit mehr Potenzial – wie auch auf ganz andere und eigene Art in der nur scheinbar unscheinbaren, aber doch auf Erweiterung drängenden Situation „Tempelhof“.
Ein Dialog mit Braun? Findet von „Tempelhof“ aus etwa mit der Maler-Szenerie „Traum (Ito)“ statt. Der Handlauf verschwindet nicht weniger im Raum als die Figur – und behauptet sich gerade dadurch.

(Quelle: Artikel „Gras wächst im Museum“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 29. Juli 2016)

Sommerpause

Vom 31. Juli bis 18. September gehen wir in die Sommerpause. In dieser
Zeit können Sie uns nach Vereinbarung in der Galerie antreffen.
Wir freuen uns auf das Wiedersehen zum Saisonstart mit dem Stuttgarter
Galerienrundgang ART ALARM (24. und 25. September) und unseren
Ausstellungen der Künstler MORIS (Israel Moreno)
und Fernando Carabajal, die am 24. September ab 11 Uhr eröffnet werden.
Bis dahin wünschen wir schöne Sommerferien!

 

Bild: ANTJE DORN (*1964): N° 26 aus der Serie "Bauten" (Ausschnitt), 60x50 cm, Öl auf Leinwand, 2015.

 

Galerie Michael Sturm auf der Art Bodensee

Vom 08. bis 10. Juli 2016 nehmen wir wieder
an der Art Bodensee in Dornbirn teil!
Die Messe findet in der Messe Dornbirn,
Messeplatz 1, A-6850 Dornbirn statt.

Dort zeigen wir Arbeiten von Dave Bopp, Kevin Simón Mancera,
Mary A. Waters, Norbert Fleischmann,
Károly Keserü, Frank Badur und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem
Stand Nummer 10 in Halle 14!

Treppenwitz

Treppengeländer sind eine flotte Sache. Kinder rutschen gern auf ihnen hinab, aber auch die Berliner Objektkünstlerin Vanessa Henn begeistert sich für die Dynamik der Handläufe. Aus den hölzernen Resten gründerzeitlicher Treppengeländer entstehen raffinierte Skulpturen, die das Rauf und Runter eines Hausflurs in die Bewegungsspur einer dreidimensionalen Raumzeichnung übertragen. Bei Sturm saust zum Beispiel eine scharf geschnittene Schräge die Wand hoch, während nebenan eine gedrechselte Schlange durch die Luft tanzt. Dagegen wirkt die würfelartige Bodenplastik, als hätte jemand ein komplettes Geländer gepackt, geknickt und fallen gelassen. Manchmal verändert Henn mit Umwandlungswitz Handläufe zu fast barocken Wandfeldern, die an den großbürgerlichen Alltag historischer Hausflure erinnern.

Im Unterschied zu der gebürtigen Stuttgarterin hat sich ihr parallel ausstellender Kollege Sven Braun ganz der Langsamkeit verschrieben. in der Feinmalerei des Leipziger Schülers von Neo Rauch geht es um brennende Briefe, unbekannte Philosophen und symbolische Erinnerungsbilder, die langsam im Nebelgrau verschwinden wie das anonyme Mädchen in der japanischen Schuluniform.

(Quelle: Artikel „Treppenwitz“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Freitag, 17. Juni 2016)

 

Zeichnen ist auch ein Konzept der Poesie

Ausstellungen der Woche


Am gestrigen Donnerstag haben sie wieder ­gemeinsame Sache gemacht, das Künstlerhaus Stuttgart (Reuchlinstraße 4 b) und die Galerien Sturm (Christophstraße 6), Hauff (Paulinenstraße 47) und Parrotta (Augustenstraße 87). „Linie West“ heißt der Schulterschluss, der die Kunsttüren bis 21 Uhr offenhielt (und erstmals in die „Linie West Night“ überging). Für Frank Ahlgrimms „Trust Me“-Auftritt in der Galerie Reinhard Hauff (begleitet von einem wunderbaren Katalog) war es der Vorabend des Finales an diesem Freitag. Man sollte es nicht versäumen. Wenn Marianne Eigenheer, Ahlgrimms Professorin vormals an der Kunstakademie Stuttgart, schreibt: „Eine organisch wachsende malerische Intellektualität entwickelte sich über die Jahre. Ein malerisches Gebäude, welches die verschiedensten Ebenen im Form- und Farb-Raum, aber auch im Zeit-Raum emotional und intellektuell umschließt, entsteht“, so löst ­gerade diese Schau den von Eigenheer erhobenen Anspruch ein.
„Ich bin nicht Sigmar Pollock, Jackson Polke“, lässt uns Ahlgrimm in einem vielfachen Reflex auf die jüngere Kunstgeschichte wissen. Da ist der Text, der seit den frühen 1960er Jahren autonome Bildfigur ist, da ist die Gefahr des Fahrwassers der ausgerufenen Helden, mit denen sich im Fall von ­Sigmar Polke und Jackson Pollock zugleich die Gegenwelt der Ironie über die Ironie beziehungsweise des bitteren Kunsternstes verbindet.
Dass Pollocks „All Over“ sehr wohl Teil von Ahlgrimms Bildwelt ist – in der malerischen Einverleibung aller vermeintlich nur multimedial spiegelbarer digitaler Realitäten: geschenkt. Ahlgrimms jüngster Coup, der Dialog realer Farbmaterie mit einem fast melancholischen Aufrufen des Eigenwertes stofflicher Strukturen, ist zu gut und zu konsequent, um historische Methodenspuren zu folgen. Fein für Ahlgrimm-Einsteiger: die wunderbaren „Physical Studies“-Collagen von 2009 für je 950 Euro. (nbf)
Ausweichen kann man den Blicken kaum. Und so eröffnet die Augenschar der irischen Malerin Mary A. Waters beim Betreten der Galerie Michael Sturm in Stuttgart denn auch sofort das Dialogfeuer. Sicher, was wir sehen, ist, was wir sehen. Aber so ganz trauen wir doch mit einigem Recht weder der Konzepthaltung noch einer Malerei, die den scharfen Blick auf die ­Präzisionsspitze treibt. „Eye“ heißt die vielteilige Ölbildserie von Waters schlicht. Es sind Blicke von heute – oder doch nicht?
Damit geht der erste Punkt schon mal an die Malerin – „Eye“ ist im Grunde ein Streifzug durch alle Zeiten. Und wenn uns der eine oder andere Blick doch bekannt vorkommt, folgen wir Waters auf der Kunstgeschichtsschiene mitten hinein in ihre reale Anverwandlung wohlhabender Schöner des 17. Jahrhunderts. Europa wird indigen in ­Waters’ „Portrait“-Zyklus – und so selbstverständlich wie leise und präzise die Quelle des anhaltenden Wohlstands identifiziert.
Gegen solche sanfte klare Kante könnte es eine Zeichnerin, die jede Linie zum Klingen bringt, schwer haben. Nicht aber Carolin Jörg. Die Stuttgarterin, Professorin inzwischen an der Kunstakademie in Augsburg, lässt ihre Formen schweben, knüpft sich weiter ihre zarten Liniennetze – aber wie das alles! Keine Unsicherheit, nirgends, kein Zurückweichen, kein Signal des Ungefähren verrät sie im kleinen Format. Einzig die „Gewebe“-Blätter geraten in die Gefahr, sich im Arbeitsprinzip zu erschöpfen.
Eher schon folgt man da zwei kaum, aber doch belastbar verbundenen Farbkörpern, die sich ohne viel Aufhebens auf das Papierweiß wagen. Weniger geht kaum, jedes Mehr wäre zu viel. Die Zeichnung, das macht ­Carolin Jörg mit ihrer Arbeit deutlich, ist auch ein Konzept der Poesie. Für 700 Euro kann man sich ein Teil dieser Kunst sichern. Der finanzielle Zugang zu Mary A. Waters beginnt bei 2400 Euro für die Werke der „Eye“-Serie. (nbf)

(Quelle: Artikel „Zeichnen ist auch ein Konzept der Poesie“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 20. Mai 2016)

Linie West

EINLADUNG ZUM RUNDGANG AUF DER LINIE WEST + LINIE WEST NIGHT

DONNERSTAG, 19. MAI 2016, 17-21 UHR

Gemeinsam mit den Stuttgarter Galerien
Reinhard Hauff, Parotta Contemporary Art,
und dem Künstlerhaus Stuttgart, laden wir an diesem Donnerstag herzlich
zum Rundgang LINIE WEST ein.

Wir zeigen Arbeiten von Carolin Jörg in ihrer
Ausstellung DON'T MESS UP THE STITCHES
und von Mary A. Waters in ihrer Schau IF I HAD TIME I WOULD.

 Von 17-21 Uhr können Sie an allen vier Standorten Kunst erleben.
Im Anschluss laden wir ab 21 Uhr zur ersten LINIE WEST NIGHT
mit Musik von Abel Auer in den Räumen von Parrotta Contemporary Art ein.
Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen die Kunst zu feiern!

Lätzchen und Wollmütze

Mary A. Waters verändert Alte Meister, während Carolin Jörg Lineaturen zu Strickgewebe verdichtet.

Plötzlich hat die Renaissance ein anderes Gesicht: ein dunkelhäutiges, multikulturelles. Anhand ihrer Gewänder lassen sich die Damen und Herren auf den Porträts von Mary A. Waters der frühen Neuzeit zuordnen, aber die Künstlerin verleiht den spanischen Granden, den Florentiner Adeligen die Hautfarbe afrikanischer oder indigener Völker. Damit verweist Waters in der Galerie Sturm nicht nur auf die moderne Kolonialgeschichte, die mit der Renaissance begann, sondern revidiert symbolisch auch die Verzerrung und Ausblendung des Fremden in der europäischen Bildnispraxis. Die Irin sucht stets historisch authentische, aber niemals weltbekannte Gemäldevorlagen, weswegen die schönen Unbekannten wie Angehörige eines vergessenen exotischen Herrschergeschlechts wirken.

Zeitgleich zeigt Carolin Jörg neuere Tuschezeichnungen. Typisch für die 1977 geborene Wahl-Stuttgarterin ist, dass sie offenbar keinen Unterschied zwischen Strich und Faden macht. So verdichten sich ihre geduldigen Lineaturen zu Strickgeweben zwischen Lätzchen, Pulloverärmel und labberiger Wollmütze.

(Quelle: Artikel „Lätzchen und Wollmütze“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Freitag, 15. April 2016)

PArC Lima 2016

Vom 20. bis 24. April 2016
nehmen wir an der Kunstmesse
PArC Lima in Peru teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten von Mikael Fagerlund,
Dave Bopp, Brigitte Stahl, Astrid Köppe,
Lieven Hendriks und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand Nr. 2.

Mehr Informationen finden Sie hier.

DRAWING NOW 2016

Vom 29. März bis zum 03. April 2015
nehmen wir an der Kunstmesse
DRAWING NOW in Paris teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten von Kevin Simón Mancera, Frank Badur,
Carolin Jörg, Danica Phelps, Dorothea Schulz und Thomas Müller.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C 12.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Jazz ist Kraft

Der Jazz ist in der Stadt. Noch bis zum 6. März zeigt das Kunstmuseum Stuttgart die große Sonderausstellung „I Got Rhythm – Kunst und Jazz seit 1920“, und noch bis einschließlich diesen Samstag (Fr 13 bis 19, Sa 11 bis 14 Uhr) präsentiert die Galerie Michael Sturm (Christophstraße 6) Fotos aus dem Zyklus „Down at Theresa’s ...: Chicago Blues“ von Marc PoKempner. Erstmals 2007 hatte Sturm eine Auswahl präsentiert – jetzt sind die enorm kraftvollen Aufnahmen, im Jahr 2000 in einem Fotoband versammelt, im Dialog mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern der Galerie zu erleben.

1986 hatte PoKempner seine erste Begegnung mit dem Blues in Chicago. Damals studierte er noch Philosophie der Psychologie und wurde bald zu einem der wenigen weißen Stammgäste in Theresa’s Lounge – einem kleinen Kellerclub im heruntergekommenen Süden der Stadt. Hier trafen sich die Bewohner des Viertels – Schwarze, die seit den 1940er Jahren aus dem Mississippidelta in die nordamerikanische Industriemetropole zugezogen waren-, um zu trinken, zu feiern und einen Blues zu hören, wie es ihn nur in Chicago gab. Hier freundete sich PoKempner dann auch mit Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Buddy Guy und Junior Wells an – jenen Musikern, deren Lieder vor allem in ihren Interpretationen durch die Stones, Beatles oder The Cream die Musik revolutionieren sollten.

Nach anfänglicher Zurückhaltung – inzwischen hatte er auch Fotografie am Massachusetts Institute of Technology studiert – nahm PoKempner von Anfang der 70er Jahre an immer öfter die Fotokamera mit zu seinen Besuchen der Blueslokale. So entstand bis in die späten 1980er Jahre hinein jene Fotoserie, die im Jahre 2000 unter dem Titel „Down at Theresa’s ...: Chicago Blues“ als Buch veröffentlicht wurde. PoKempner zeigt in diesen Fotos nicht nur die Größen des US-amerikanischen Blues auf und abseits der Bühne, sondern fängt auch die besondere Atmosphäre und das Lebensgefühl einer Szene und deren Anhänger ein.

(Quelle: Artikel „Jazz ist Kraft" von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 26. Februar 2016)

Zona Maco, Mexiko 2016

Vom 3. bis 7. Februar 2016
nehmen wir an der Kunstmesse
ZONA MACO in Mexiko teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Marcia Hafif, Gianfranco Foschino,
Lieven Hendriks, Thomas Müller,
Daniel Sigloch und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand B 214.

Chicago Blues

Marc PoKempner hat in den Siebzigern die Musiker in den Jazzclubs der Stadt fotografiert.

Vor ihrer Handpuppe musste man sich hüten. Darunter verbarg die resolute Clubbesitzerin stets einen Revolver, wenn sie morgens um drei mit den Tageseinnahmen nach Hause ging. Theresa Needham und ihre Bar waren eine Institution im Chicago der Siebziger. Auf der Bühne des verrauchten Souterrains schlug das schwarze Herz des amerikanischen Blues. Legenden wie Jimmy Rogers, Junior Wells und vor allem Muddy Waters zählten zu den Stammgästen.

Als einer der wenigen Weißen, die in der seinerzeit von Afroamerikanern beherrschten Szene geduldet wurden, bekam der Fotograf Marc PoKempner die Gelegenheit, Eindrücke dieser einzigartigen Subkultur festzuhalten. Dunkelheit und Enge, vibrierende Lebenslust, gepaart mit Melancholie bestimmen die zwischen 1973 und 1982 entstandenen Aufnahmen, die nun bei Sturm zu entdecken sind. Getragen von wildem Stolz, stehen die Musiker auf der Bühne und geben alles – PoKempner spiegelt die Klangkraft des Blues in den Körpern seiner Akteure. Manchen Sänger erhöht der US-Fotograf in Untersicht zum Gott am Mikrofon. Und hinter der Bar wartet in blitzenden Flaschen der Zaubertrank dieses schwarzen Olymps: Hochprozentiges aus den Südstaaten.

(Quelle: Artikel „Chicago-Blues“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Freitag, 11. Dezember 2015)

UNTITLED Miami 2015

 

Dieses Jahr sind wir zum zweiten Mal 
auf der Messe UNTITLED Miami vertreten.
Vom 2. - 6. Dezember 2015 zeigen wir dort Arbeiten von Dave Bopp,
Thomas Müller und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Messestand A10!

Linie West

EINLADUNG ZUM RUNDGANG AUF DER LINIE WEST

DONNERSTAG, 05. NOVEMBER 2015, 17-21 UHR


LINIE WEST ist eine Initiative der Stuttgarter Galerien
Reinhard Hauff, Parotta Contemporary Art,
Michael Sturm und des Künstlerhaus Stuttgart.
Die LINIE WEST verbindet die vier fußläufig
zu erreichenden Kunstorte zu einem Galerienrundgang,
der etwa vierteljährlich von jeweils 17-21 Uhr stattfindet.

Nutzen Sie den Termin um einen letzten Blick auf unsere Ausstellungen
Dave Bopp - HIGHLY AGGREGATED und
Kevin Simón Mancera - UNA IMAGEN, MI PROPIA DAGA zu werfen.

Wir freuen uns auf euren und ihren Besuch!

Abscheu und Mitleid

Fröhliche Neoabstraktion trifft in der Doppelschau auf verstörende Zwitterwesen.

Seine Welt ist brutal und absurd. Obwohl die Figuren von Kevin Simón Mancera an Kinderbuchillustrationen denken lassen, wird auf seinen Zeichnungen unentwegt gekämpft, gemordet oder vergewaltigt: künstlerische Reflexe jener Drogen- und Bandenkriminalität, die in der kolumbianischen Heimat des Künstlers zum Alltag gehört. Schnell erobern die verstörenden Blätter die Aufmerksamkeit der Besucher bei Sturm, wo man dem Lateinamerikaner den fröhlichen Formalismus des Wahlstuttgarters Dave Bopp gegenüberstellt. Der möchte offenbar in die Fußstapfen einer psychedelischen Neoabstraktion treten, indem er den Bilderabfall des digitalen Daseins am Computer in Klebefolien umwandelt. Daraus entstehen dann in vielen Schichten schlierig-fleckige Farbteppiche, um in partybunter Kleinteiligkeit Anlass für allerhand figürliche Assoziationen und spaßige Suchspiele zu geben.

Eindringlicher wirken aber doch Manceras Arbeiten. Sie beschwören Abscheu und Mitleid herauf, zugleich muss man oft schmunzeln. Hier symbolisieren schwarzhaarige Affenmenschen den Rückfall ins Tierische, dort ritzt sich ein Verzweifelter eine blutige Liebeswidmung in den Bauch. In ihrer lakonischen Bitterkeit erinnern die Titel der grotesken Martyrien nicht selten an Goyas Grafikzyklen.

(Quelle: Artikel „Abscheu und Mitleid“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 09.10.2015)

Dachschaden

Sturm/Mueller-Roth Gemeinsam zeigen die Galerien Reto Boller und die Filderbahnfreundemöhringen

Übungen mit Gymnastikbällen sind gut für einen gesunden Rücken. Wer indes bei Youtube die Stichworte „Gymball stunt“ eingibt, sieht Videos übermütiger junger Menschen, die es offenbar darauf anlegen, mit Hilfe der bunten Gummikugeln in der Unfallchirurgie zu landen. Auch darauf scheint sich der Künstler Reto Boller zu beziehen, denn seine befremdliche Installation „Gymball stunt“ breitet zu Füßen einer draufgängerisch wirkenden Viererbande mit Bikerhelm ein riesiges Bodenkissen aus. Wer hier fällt, fällt wenigstens weich.
Eigentlich hat die Galerie Mueller-Roth ihre Ausstellungstätigkeit letztes Jahr eingestellt, macht aber für Boller eine Ausnahme und präsentiert den Schweizer Bildhauer gemeinsam mit der Galerie Sturm, wo sich zugleich auch die Filderbahnfreundemöhringen eingefunden haben.
Mittlerweile ist die Gruppe zum Duett (Michelin Kober/Daniel Mijic) geschrumpft, jedoch weiterhin darauf spezialisiert, die institutionellen Rahmenbedingungen von Kunst heraufszufordern. Diesmal gehen die Filderbahner mit einem ironischen Umbau an den Ausstellungsraum selbst ran. So brachen sie die Scheiben aus dem Glasdach des Oberlichtsaals heraus, um die Platten nach Art eines Kartenhauses zu stapeln, was recht fragil wirkt. Aber Kartenhäuser sind ja bekanntlich selten für die Ewigkeit.

(Quelle: Artikel "Dachschaden" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 05.06.2015)

Feinsinn

Die Stuttgarter Galerie Michael Sturm brilliert mit der Ausstellung „Schau doch mal rein"

Die Stuttgarter Galerie Michael Sturm bietet ein Stockwerk für die Kunst. Genauer ein Stockwerk für die Gegenwartskunst – und noch eine Feinstufe weiter ein Stockwerk für eine Kunst, die ihre Ziele mit großer Zurückhaltung zu erreichen sucht, ja, in der vielbeschworenen Konzentration auf das Wesentliche. Was bei Sturm zu sehen ist, geht von der Linie aus, so dass auch das Plastische zuvorderst Raumzeichnung ist.
Spektakulär im landläufigen Sinn kann ein Szenario entsprechender künstlerischer Arbeiten nicht sein. „Schau doch mal rein“ ist denn auch die aktuelle Schau in der Christophstraße 6 betitelt. Zu sehen ist ein Panorama der (Denk-)Anstöße, durch das man fast beiläufig mitten in die internationale Gegenwartskunst gerät. Da ist etwa der Dialog der Arbeiten des New Yorker Objektkünstlers Russell Maltz mit Arbeiten der ebenfalls in New York lebenden Konzeptkünstlerin Marcia Hafif. 1929 geboren, untersucht die Grande Dame der konzeptuellen Malerei weiter unverdrossen Farb-und Formverhältnisse. Dazwischen ein Betonblock von Moris, eine Setzung auch dies.

Eine vergleichbar intensive Formation der Analyse schaffen in einem weiteren Raum Werke von Roger Ackling, Sven Braun und noch einmal Russell Maltz. Wobei es die Leinwand des in Leipzig lebenden Sven Braun ist, die das Spiel mit der Frage nach den Verhältnissen der Dinge auf die Spitze treibt. Indem wir nichts sehen, sehen wir alles, und die Geschichte, so lehrt uns Braun hintersinnig, ist niemals jene, die uns erzählt wird.
Das, was dahinter liegt, interessiert auch den Stuttgarter Maler Herbert Egl. Er lässt seine Bilder stets ebenso aus sich heraus wachsen, wie auch aufgetürmte Formen wieder in den durch Farbaufträge geschaffenen Ebenen zu verschwinden scheinen. Feinsinn, der trägt, und im aktuellen Fall einen lyrischen Gegenpol zum buchstäblich verbissenen Humor der Filderbahnfreunde Möhringen bildet. Mausappetit macht deren Kegellandschaft möglich – da zeigt sich eines der Bilder des niederländischen Malers Lieven Hendriks zu Recht zurückhaltend als Studie über Graustufen.

Ein langer Flur kann zur Kunstfalle werden. Die Stuttgarter Objektkünstlerin Vanessa Henn macht dagegen Ernst mit der langen Horizontalen –  und präsentiert eine farblich rhythmisierte Linie, die ein Handlauf ist, der eine Skulptur ist. Ein neuerlicher Grund, dem Ruf „Schau doch mal rein“ zu folgen –  hinein in eine sorgsame Ausstellung, die mit den Bildern von Astrid Köppe nicht zuletzt noch eine in ihrer Souveränität überraschende malerische Position bietet.

(Quelle: Artikel "Feinsinn" von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten vom 25.04.2015)

Auf Umwegen

Inhaltlicher Doppelsinn und formalistischer Esprit verbinden sich zur Gruppenschau „Schau doch mal rein“.

Was haben Minimalismus und Mafia miteinander zu tun? Mehr als man denkt. Denn der massive Betonblock, den der nachnamenlose Künstler Moris der Galerie Sturm auf den Boden gewuchtet hat, spielt nicht nur auf die Bildhauerei der geometrischen Elementarform an, sondern auch auf eine Methode des organisierten Verbrechens, Leichen verschwinden zu lassen. Aus dem kantigen Klotz schaut nämlich noch ein brünetter Haarschopf heraus.

Auch andere Teilnehmer der sehenswerten Gruppenschau verstehen sich darauf, formalistischen Esprit und inhaltlichen Doppelsinn hinter bescheidener Fassade zu verbergen. So erweckt zum Beispiel das Bild von Sven Braun den Eindruck, der Künstler habe sich gar nicht die Mühe gemacht, irgendetwas zu malen. Dabei zeigt die vermeintlich nackte Leinwand in Wahrheit eine aufwendig simulierte Verweigerung. In perfekter Augentäuschung wiederholt hier ein gemaltes Bild seinen eigenen Untergrund. Beat Zoderer dagegen braucht tatsächlich weder Pinsel noch Farbe, solange er genügend bunte Metallabfälle aufsammeln kann. Gebogen und in Wandkästen gesperrt, werden aus den Aluminiumschlaufen poppige Ornamentfiguren. Aber auch die klassische Skulptur testet einen Umweg. Die Kleinplastiken des Stuttgarter Künstlerkollektivs Filderbahnfreunde Möhringen verdanken ihre amorphe Gestalt dem Tierreich. Es sind Käsestücke, von Mäusen angefressen und dann in Bronze gegossen.

(Quelle: Artikel "Auf Umwegen" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 10.04.2015)

Royal Academy of Arts

Im Januar diesen Jahres wurde Rebecca Salter in die Royal Academy of Arts, London gewählt. Dies ist eine der größten Auszeichnungen für britische Künstler, da zeitgleich lediglich 80 Künstlern diese Ehre zuteil werden kann. Die Institution, die sich in der Nähe von Piccadilly in der Londoner Innenstadt befindet, fördert die Künste durch Lehrangebote und ein reiches Ausstellungsprogramm. Wir gratulieren Rebecca Salter zu dieser großen Würdigung. Nähere Informationen finden Sie hier. (Bildquelle)

Feine Raster

Kästchen und Pünktchen – eigentlich nicht viel, aber Károly Keserü macht eine Menge daraus. Feinlinig und engmaschig wie Millimeterpapier sind die Rasterstrukturen des ungarischen Künstlers, trotzdem bleibt zwischendrin noch Platz für bunte Tupfer in mal quirlig blinkenden Sequenzen, dann wieder in der strengen seriellen Ruhe der Konkreten Kunst, deren Kinderstube man dem 1962 Geborenen immer wieder anmerkt.
Oft rufen seine Arbeiten auch Erinnerungen an Lochkarten aus der Computersteinzeit wach, dann wieder sind die Rasternetze der Tusche- oder Bleistiftzeichnungen so minutiös übereinander schraffiert, dass die Blätter zu schimmern beginnen wie Seidenstoffe.

Bei Sturm verbündet Keserü sich mit der Stuttgarterin Brigitte Stahl (Jahrgang 1964), die in ihren Plastiken und Papierobjekten eine minimalistische Resteverwertung praktiziert. Schon im Galerieflur empfängt den Besucher ein schrottiges Gesteck aus verrosteten Rohren und Stangen auf einem Betonsockel. Bei einer Arbeit hat Stahl wohl auch an ein gerade aus der Verpuppung schlüpfendes Flügelinsekt gedacht. Manchmal ist der Phoenix aus der Asche eben ein Schmetterling.

(Quelle: Artikel "Feine Raster" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 16.12.2014)

Wenn Abfälle "scraps" heißen

Arbeiten von Brigitte Stahl und Károly Keserü in der Stuttgarter Galerie Michael Sturm

 

Der Wert, den man Sachen zuschreibt, ist eine Frage der Sympathie. Ihr Gebrauchswert erscheint daneben unerheblich. Zudem steigert die Präsentation den Wert. Werden Abfälle als „scraps“ angesprochen, ist schon viel gewonnen. Nennt sich eine Ausstellung von Brigitte Stahl aber „scraps“, hat man Kunst vor sich. Denn die Stuttgarter Künstlerin, die in Pforzheim Grafik-Design und an der Karlsruher Akademie Malerei studierte, bringt Unscheinbarem nicht bloß Neigung, sondern auch Urteilskraft entgegen. Insofern sind die Dinge, die sie verwendet, keine klassischen Objets trouvés. Vielmehr sind sie das Resultat von Selektion.

Verwendung finden Einwickelpapiere, Klebebänder, Drucksachen, Reklame und Folien. Für plastische Arbeiten kommen Pappen, Hölzer, Metalle, Kabel, Stoffe, Ketten, Ranken, Plastikteile und vieles andere infrage, selbst Laub und Staub. Bildhafte Arbeiten nehmen mit sorgfältiger Faltung zuweilen den Charakter kleiner Reliefs, ja von Preziosen an. Deutlich größer sind dreidimensionale Arbeiten wie eine Sockelplastik mit einem Bündel Pappröhren, ein zwei Meter hohes Mobile und ein ausladendes Arrangement, das in einer Richtung drei Meter misst. Reichlich Raum zu individueller Deutung bleibt obendrein.

Der Titel der Parallelpräsentation mit Papierarbeiten von Károly Keserü, „stork“, bleibt rätselhaft. Die über rechtwinkligem Raster entwickelten Muster folgen dem binären Prinzip, dass Felder entweder besetzt sind oder nicht besetzt. Der ungarische Künstler, der nach Jahren in London nach Budapest zurückgekehrt ist, bedient sich winziger Punkte, die sich erstaunlich abwechslungsreich verteilen lassen.

Die Variablen der Gestaltung sind verschiedene Farben, deren Anzahl, die Dichte der gebildeten Reihen, ihre vertikale und horizontale Richtung, die Lücken, die sie lassen und ihrerseits Muster bilden, Störungen innerhalb einer Ordnung oder deren Auflösung, scheinbare Gewebe, Konstruktives oder monochrom wirkendes Gleichmaß. Gelegentlich legt Keserü, der in Melbourne und in London studierte, den Raster mit Hilfe von Fäden an. In der Galerie Michael Sturm ist „stork“ seine erste Solo-Show.

(Quelle: Artikel „Wenn Abfälle „scraps“ heißen“ von Rainer Vogt, Stuttgarter Nachrichten vom 09.12.2014)

 

Altmeisterliche Tricks

Man darf Lieven Hendriks getrost Täuschungsabsichten unterstellen. Leinwand und Farbe verkauft er dem Betrachter bald als zerknittertes Goldblech, bald als buntes Jugendstilfenster, dessen Bleieinfassungen man glaubt, mit den Fingern tasten zu können. Bei Sturm überzeugen die neuesten Arbeitsproben des Niederländers aber nicht nur, weil er das Handwerk der illusionistischen Tricktechnik so altmeisterlich perfekt beherrscht wie seine Landsleute und Kollegen aus dem 17. Jahrhundert – vom metallischen Reflex der Bleistege bis zum Schatten eines Baums. Während die klassische Trompe-l’oeuil-Malerei dem Auge Alltagsgegenstände auf Regalbrettern oder Wänden als dreidimensionale Tatsachen vorgaukelt, präsentiert der 1970 geborene Hendriks seine Parallelwirklichkeit gern modernistisch entschlackt. Was mitunter soweit geht, dass nur ein weißes Rauputzgeviert übrig bleibt, aus dem ein paar Nägel herausgucken.

Ironisch wird die Als-ob-Kunst besonders dort, wo Hendriks’ Fake-Fenster auf Piet Mondrian, den holländischen Stammvater der Abstraktion, anspielen. So nähern sich zwei weit entfernte Extrempunkte malerischer Ästhetik wieder einander an: die hyperrealistische Imitation der Dingwelt und die reine Gegenstandslosigkeit der Geometrie.

(Quelle: Artikel "Altmeisterliche Tricks" von Georg Leisten,

Stuttgarter Zeitung vom 07.11.2014)

Die Stunde Grau

 Nur Grau. Vielfarbig aber in sich. Mittig öffnet sich das Grau, gint eine weiße Linie frei, einen weißen Raum. Michelin Kober hat diese großformatige Szenerie gezeichnet. Eine Hommage an die eigene Tiefe des vielstimmigen Grau. Kunst über Kunst auch - eine Verbeugung vor Werken der späten 1950er und frühen 1960er Jahren. Die unbetitelte Arbeit von Michelin Kober aber steht doch ganz für sich, ist ein Ausruf, der durch die Themenschau "Tales of Mystery and Imagination" in der Stuttgarter Galerie Michael Sturm hallt. Und gerade so, als wollte Kober, vormals Teil des Konzept-Künstlertrios Filderbahnfreundemöhreungen, die Schau zum Solo machen, setzt sie mit einer weiteren großformatigen Zeichnung noch eins drauf. Kober ruft die Stunde Grau aus, gerade so, als brauche die gänzlich von Zuversicht durchdrungene und als Triumph der Kunst über die Beschwernisse des Tages verstandene Stunde Blau eine Antwort, die Zweifel anmeldet.
Edgar Allan Poes "Tales" sind Geschichten, die, durchaus im Wortsinn, stark zur Fabel neigen. Lässt sich aber der dunkle Brite wirklich so einfach als Hintergrunddrehbuch für eine Gegenwartsschau nutzen? Poe, viele Beispiele zeigen dies, hält solche Querverbindungen locker aus. Mehr noch aber - Ralf Christofori, als Kritiker auch für unsere Zeitung tätig, zeigt sich in seiner Rolle als genauer Beobachter und aufmerksamer Regisseur.
Nichts auf der Bühne, als welche die Stuttgarter Galerie Michael Sturm (Christophstraße 7) funktioniert, wirkt nur gewollt oder aufgesetzt. Viele Gäste hat Christofori mitgebracht, Künstlerinnen und Künstler, die sonst nicht bei Sturm zu sehen sind. Der Galerist als großzügiger Gastgeber? Nicht die schlechteste Antwort auf die in Stuttgart am Dienstag im Literaturhaus diskutierte Frage, ob und wozu Künstlerinnen und Künstler Galerien brauchen. Die in der Kunst so wichtige Rede und Gegenrede - hier ist sie spürbar, hörbar, fühlbar. Auch oder gerade weil Christofori auf leise Töne und betont klassische Äußerungsformen setzt.
Beispielhaft die Arbeiten von Daniel Sigloch, Filderbahnfreund auch er. Von Fotoarbeiten ausgehend, lässt er am Rechner Bildwelten entstehen, die fürwahr zwischen "Mystery" und "Imagination" stehen und in denen aus dem Ausgangsmotiv Vollmond denn auch ein Todesbote beziehungsweise ein Sinnbild der Vergänglichkeit werden kann. Solche Vanitas-Symbolik ist auch Laura Letinsky nicht fremd. Hier ist, was gemalt wirkt, nach feinem Arrangement fotografiert. Was bleibt vom Essen?, heißt denn auch wie seit Stillleben-Jahrhunderten: Was bleibt vom Leben? Vor allem Verwirrung, wenn man den Werken von Ginafranco Foschino glaubt. Von Sturm bereits in einer Einzelschau vorgestellt, verblüfft Foschino mit Videoarbeiten, die eben noch so den Stillstand jeder Bewegung melden. Nebel über einer Starßenfurt wird so zu einer Erzählung über Anwesenheit und Abwesenheit, über Werden und Vergehen. Entsprechend lässt Ursula Palla in ihrer Rauminstallation mit realer und nur aufscheinender Uhr die Zeit einfach zurücklaufen. Themenausstellungen erleichtern es, Kunstpositionen wieder in eigentlich verdientes Licht zu rücken. In diesem Fall profitiert Serge de Waha davon. Und gerade so, als habe Christofori Sorge, mit de Wahas schlichter Farbformstruktur werde seine Schau zu leise, setzt er im Oberlichtsaal der Galerie auf die Fratzen-Maskerade der Malerin Andrea Bender. Das hätte schiefgehen können - doch in dieser Auswahl antworten Benders Figuren sehr selbstbewusst auf das eher vom Konzept bestimmte Ausstellungspanorama.
Eine Kunsthallenschau in einer Galerie - geht das? "Tales of Mystery and Imagination" liefert eine klare Antwort - ja.

 

(Quelle: Artikel "Die Stunde Grau" von Nikolai B. Forstbauer,
Stuttgarter Nachrichten vom 02.07.2014)

Gruseleffekte

In keinem Plattenschrank der Siebziger durfte dieses Album fehlen. Mit seinen Vertonungen von Edgar Allan Poe schrieb The Alan Parsons Project Musikgeschichte. Den Titel der Kult-LP „Tales of Mystery and Imagination“ hat sich nun die Galerie Sturm für eine Gruppenschau geborgt, die nach dem konzeptuellen Potential des Unheimlichen fragt. Als Antwort bekommt sie zum Beispiel Heike Aumüllers bizarre Fotoinszenierungen von Spiegelspuk und Leichenfund im Wald. Oder den bösen kleinen Glatzkopf, den die Malerin Andrea Bender über einem kunsthistorisch vorbelasteten Seerosenteich schweben lässt. Daniel Mijic indes meißelt die Buchstaben aus alten Grabdenkmälern heraus, um mit den steinernen Lettern einen Memento-Mori-Spruch an die Wand zu schreiben: „Früher oder später krieg ich euch alle!“
Das Gruseln, so die Quintessenz der klug durchmischten Ausstellung, beginnt mit der Erwartung des Betrachters. Gianfranco Foschino weiß, welche Gedanken wabernder Nebel bei Horrorfilmfreunden auslöst. Und so macht sich der ereignislose Videoblick auf dunstige Wälder einen langen geduldigen Spaß aus unserem Bangen. Aber dann: kein Zombie, nirgends.

 

(Quelle: Artikel "Gruseleffekte" von Georg Leisten,
Stuttgarter Zeitung vom 20.06.2014) 

Gianfranco Foschinos stillgelegte Realitäten

Spätestens seit der Biennale 2011 sollte der 28-jährige Chilene Gianfranco Foschino in der Kunstwelt kein allzu Unbekannter mehr sein. Seine Videoarbeiten bewegen sich hart an der Grenze zur Landschaftsmalerei und verschwinden dann doch in feinfühliger Träumerei. Auf den ersten Blick zeigt sich bei Foschinos Arbeiten keine wirkliche Überraschung. Eine stark hochformatige, gerahmte Landschaft mit satter Farbwahl erinnert eher an digitale Landschaftsabbildungen vergessener Gegenden unserer Welt als an zeitgenössische Videokunst. Die extreme Aufteilung von Land- und Himmelpartien irritiert vielleicht – aber mehr als ein charmantes Lächeln erzwingt sie dennoch nicht. Erst bei genauerer Betrachtung entfalten die Arbeiten ihre Schwere. Die Wolken ziehen beinahe schleichend über die monotone Landschaft und der Ausdruck des Motivs gewinnt an Intensivität. Die poetischen Videoarbeiten Foschinos zeigen klare Proportionen, beinahe bewegungslos anmutende Flächen, die in seinen ungefähr zehn Minuten dauernden Loops die Stille des Motivs verstreichen lassen.
Er zeigt südamerikanische Plätze, Graslandschaften auf den Osterinseln oder abgelegenen Straßen die durch Wälder führen. Plätze die für den Betrachter entweder unbegreiflich oder selbstverständlich sind. Die zeitliche Dimension büßt in seinen anmutigen Videos jeglichen relativen Anspruch zugunsten der Ästhetik des Bildes ein. Foschinos Arbeiten zeigen keine komplexe Auseinandersetzung mit motivischem Bildaufbau, noch zeigen sie kritische Positionen zum Inhalt. Sie präsentieren beinahe Selbstver-ständliches, wie Menschen die über einen Platz marschieren, welchen er über Stunden von seiner Wohnung aus gefilmt hat. Dem Gezeigten wird keine klare Bedeutung oder Botschaft eingeflößt, noch werden sie übertrieben in den Vordergrund gesetzt. Es wird nur auf die ästhetische Kraft des Ruhigen, der meditativen Wiederholung und der Präsenz der Bewegung im Unbewegten verwiesen. Diese poetische Herangehensweise an eine, von meist sehr sterilen Inhalten geprägte Kunstform wie der Videokunst, verdeutlicht, dass die Re-interpration eines zeitgenössischen Mediums durch die Anlehnung an eine klassische Sprache wie der Malerei, innovative Darstellungsformen innerhalb der Grenzen seines eigenen Sujets aufzubrechen und weiter zu entwickeln vermag.
Foschinos Arbeiten wurden zuletzt in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart in Kombination mit Rebecca Salters Papierarbeiten ausgestellt.

 

(Quelle: Artikel "GIANFRANCO FOSCHINOS STILLGELEGTE REALITÄTEN" von Daniel Lippitsch, artsandsignature.com 23.05.2014)

Auf nach Südamerika!

Michael Sturm erzählt im Gespräch mit Tobias Ignée warum er an immer mehr südamerikanischen Kunstmessen teilnimmt.

Zum Beitrag: SWR2 Journal am Mittag vom 17.4.2014, 12.33 Uhr

Leere und Leben

Der einzige Akteur ist der Wind. Selbst der beschränkt sich darauf, ein paar Grasbüschel schaukeln zu lassen oder langsam die Wolken zum Bildrand zu schieben. Gianfranco Foschinos Videolandschaften erkunden den schmalen Grat zwischen fotografischem Stillstand and filmischer Bewegung. Im Oeuvre des gebürtigen Chilenen kontrastiert das Verstreichen der Zeit mit der Statik des Raums, was bei Sturm auch das Medientriptychon "Praca do Patriarca" vorführt. Zu drei verschiedenen Tageszeiten blickt Foschino dort im Stil einer Überwachungskamera auf einen Platz im Zentrum von Sao Paulo: Von der morgendlichen Ereignislosigkeit über die vorabendliche Rushhour bis in die Nacht entspinnt der Wechsel von Leere und Leben zahlreiche kleine Geschichtsfragmente. Diskutieren die beiden Straßenkehrer womöglich über einen seltsamen Fund im Müll? Sind die späten Passanten vielleicht unterwegs zu einer geheimen Zusammenkunft?
Diesen Minimalismus der Inszenierung begleiten Rebecca Salters feinsinnige Zeichnungen, deren Fülle im Detail dem asketischen Gesamteindruck zu widersprechen scheint, komponiert die von asiatischer Tuschmalerei inspirierte Britin doch aus hunderten von Häkchen flatternde Lappen, um dann aus weißlich-transparenten Strichen ein gläsernes Allover aufzuhäufen oder in serieller Reihung Pinseltupfer neben Pinseltupfer zu setzen, als wäre es eine selbst auferlegte Bußübung.


(Quelle: Artikel "Leere und Leben" von Georg Leisten,
Stuttgarter Zeitung vom 11.04.2014)

Die Stuttgarter Galerie Sturm glänzt mit den Filderbahnfreunden

[...] Da wird es dann schon ernst mit möglichen Überraschungen. Die Stuttgarter Galerie Michael Sturm hält sie bereit: Ihre Bühne für die Aktions- und Konzeptgruppe Filderbahnfreunde Möhringen ist nicht nur Messepreis-würdig, sondern weist der Art Karlsruhe ganz nebenbei in aller Ruhe wie in aller Konsequenz den notwendigen Weg. [...]

 

(Quelle: Artikel "Die Gegenwart, das schwarze Loch" von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten vom 14.03.2014)

Doppelgänger

Parallel zur diesjährigen Zona Maco ist bei Arròniz arte contemporáneo in Mexico City eine Kooperationsausstellung zu sehen. Neun Künstler der Galerie Michael Sturm sind dort vertreten: Frank Badur, Herbert Egl, Gianfranco Foschino, Vanessa Henn, Russell Maltz, Thomas Müller, Jo Schöpfer, Brigitte Stahl und Wolfram Ullrich.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 4. Februar 2014, 19 Uhr

Das Leben ist doch banal

"Ich kann euch nicht hören - Scheiße! Tschüss." Unspektakuläre Alltagsereignisse wie dieses an der schlechten Verbindung gescheiterte Telefonat sind es, was Dorothea Schulz protokolliert, in Bild und Schrift. "Fastzeichnungen" heißen die experimentellen Tagebuchblätter, welche die in Stuttgart und Berlin lebende Künstlerin an den Wänden der Galerie Sturm zum Fries aufreiht. Neben grafischer Kritzelei entdeckt man in der Bilderstrecke auch Partyfotos und Basteleien aus Buntpapier. Die schönsten Momente des Journals bleiben aber doch die, in denen Schulz die banalen Lebensfetzen surreal erweitert: mit cartoonartigen Drohfratzen, Kopffüßlern, Ohrenkobolden und anderen Ausstülpungen der Tuschfederfantasie.
Radikaler noch wird bei Danica Phelps die Zeichnung zur Aufzeichnung. Die New Yorkerin macht nämlich Kunst aus der Haushaltskasse, indem sie Einnahmen und Ausnahmen mit einem System aus Farbstrichen visuali-siert. Im Wechselspiel der grünen (Einnahmen) und roten (Ausnahmen) Balken kann man mitverfolgen, wie Werte entstehen - und vergehen.

 

(Quelle: 
Artikel "Das Leben ist doch banal - Zeichnungen aus Berlin und New York forschen nach Ordnung im Alltag" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 10.01.2014)

Danica Phelps im Kunstforum und Magazin Der Spiegel

Danica Phelps (*1971) ist ab 23. November 2013 in einer Gruppenausstellung in der Galerie Michael Sturm zu sehen. Reinhard Ermen verfasste bereits für die Dezember-Ausgabe des Kunstforum International ein Einzelporträt über die New Yorker Künstlerin. Nun ist in der aktuellen Ausgabe des Spiegel zu lesen, dass die Daimler Kunstsammlung in dem Verwaltungsgebäude in Stuttgart-Möhringen Arbeiten von Phelps zeigt.

 

(Quellen:
Kunstforum International, Bd. 223, S. 220-223 und 
Der Spiegel, Nr. 46/2013, S. 95)

Galerie Michael Sturm unter den Highlights der artBO 2013

[...] Thomas Müller at Michael Sturm (Main Section)

A German gallery based in Stuttgart was another international surprise at the fair with several works of Thomas Müller, an established German artist, among the very few contemporary artists whose body of work is based entirely on conceptual drawing. Using ink, pen or crayon among others, his works are formal investigations of both medium and form. His work is currently on show in Bogota through January 2014 in the context of the contemporary drawing exhibition Linie Line Línea curated by Volker Adolphs (Kunstmuseum, Bonn) hosted by Banco de la Republica and Goethe Institut, presenting twenty German artists whose work revolves around the concept of line in drawing. Müller is considered one of Germany’s most influential draftsmen and has been collected internationally.

 (Ausschnitt des Artikels "ArtBO 2013: Highlights of the International Art Fair of Bogota" von Arie Amaya-Akkermans;
Quelle: http://theculturetrip.com/south-america/colombia/articles/artbo-2013-highlights-of-the-international-art-fair-of-bogota/)

Paper Positions Basel

Von 12. bis 17. Juni freuen wir uns auf Ihren Besuch an unserem Stand Nr. 26 auf der Paper Positions Basel.

Dort zeigen wir Arbeiten von Rebecca Salter, Stefan Zsaitsits, Marcia Hafif, Kevin Simón Mancera und Frank Badur.

Gerne halten wir Sie während der Messe über Instagram und Facebook auf dem Laufenden.

 

Buchpräsentation und Künstlergespräch mit Thomas Müller

Im Kunstmuseum Stuttgart fanden im vergangenen Herbst fünf Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern der Sammlung Klein statt, darunter auch eines mit Thomas Müller. Dazu erschien jüngst die Publikation „Kunstsache. Künstlergespräche“ (Hrsg. Ulrike Groos und Carolin Wurzbacher/ modo Verlag). Wir nehmen die Buchpräsentation und seine aktuelle Ausstellung POLE (13.04.- 02.06.2018) zum Anlass, um mit ihm über seine Arbeiten in den Dialog zu kommen und möchten Sie herzlich dazu einladen.


Dienstag, 15. Mai 2018, 19 Uhr

in der Galerie Michael Sturm, Stuttgart

Moderation: Marie-Luise Namislow (Galerie Michael Sturm)

und Carolin Wurzbacher (Kunstmuseum Stuttgart)

Eintritt frei

Im Orkan der Linien

Stuttgart - Von hier aus – das war einst ein Durchsetzungsschlagwort, wurde Ausstellungstitel, Markenbegriff für eine letztlich sehr kleine Künstlermannschaft. Mit all dem hat Thomas Müller nichts zu tun. Oder doch? Von hier aus – das wäre doch was. Das wäre ein Ziel. Gerade, weil man es nicht beschließen kann.

Von hier aus. Thomas Müller lebt es. 1959 in Frankfurt geboren, studiert er von 1979 an der Stuttgarter Akademie. Er profitiert 1991 von einem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, 1992 von einem Gastaufenthalt an der Cité des Arts in Paris. Als früh gefeierter Zeichner. Als kritisch beäugter Vertrauter der Linie. Als einer, der auszieht, leise kraftvoll zu sein. Als ob das reichen würde! Als ob das aktuell wäre!

Thomas Müller bleibt. Agiert von hier aus, von Stuttgart aus. Und setzt auf die Linie, vertraut ihr, folgt ihr, horcht ihr nach, lässt sie klingen, sich vervielfältigen und vernetzen. Bleistift, Kugelschreiber, Silberstift, Tuschstift und Pinsel – Thomas Müller arbeitet und reist mit leichtem Gepäck. Zuletzt nach New York. Sean Scully hatte ihn eingeladen, in seinem Atelier auszustellen. Viele Worte macht der Stuttgarter, mit seinem Werk umfassend etwa im Musée national d’Art Moderne im Pariser Centre Pompidou vertreten, nicht. Müller zieht buchstäblich seine Linie(n). Hinein und durch neue Räume.

Jüngste Ergebnisse zeigt nun die Galerie Michael Sturm in Stuttgart, angestammte Erstaufführungsbühne für Müller-Neues (Christophstraße 6). „Pole“ heißt die Schau. Wieso? „Pole“, lässt die Galerie wissen, „wirken hier auf diversen Ebenen, sei es das Verhaltnis von Linie und Fläche, Ordnung und Chaos, Leere und Fülle oder Hell und Dunkel betreffend“.

Entsprechend wird man von einem Ganzen empfangen, das seine Teile wirken lässt, ihnen Raum gibt. Dann aber dies: Gerade überzeugt Müller im Hauptraum der Galerie mit kraftvoll gesetzter Farbe, macht er im Oberlichtsaal mit den eigentlich neuen Arbeiten alle Hoffnung auf eine durchgehende Lesart wieder zunichte. Silberstiftlinien treten auf, verbünden sich, verbinden sich, summieren sich, durchdringen sich, geben ein Ganzes, das einen Raum formiert, der eigentümlich körperhaft erscheint.

Immer schneller drehen sich, verbinden sich die Linien. Kunst in Orkanstärke? Ein Zeichner macht es möglich. Im Vertrauen auf die Linie. Von hier aus.

 

Quelle: „Im Orkan der Linien“ von Nikolai B. Forstbauer in den Stuttgarter Nachrichten am 20. April 2018.

 

No Place Berlin

Die Ausstellung „No Place / Like Home“ im Gebäudeensemble GLINT verbindet zeitgenössisch das Lokale mit dem Globalen

Berlin, 19. April 2018 – Mit dem Start des Berliner Gallery Weekends eröffnet im historischen Gebäudekomplex GLINT eine besondere Gruppenausstellung: Vom 27. April bis 12. Mai können Besucher im ersten Obergeschoss des neoklassizistischen Objekts an der Glinka-, Ecke Taubenstraße in Berlin-Mitte die Kunstausstellung „No Place / Like Home“ entdecken.

Interkulturelle Kunst-Kooperationen vereint unter einem Dach

Auf einer Fläche von 450 Quadratmetern bringt die Ausstellung zwei Ideen zusammen: Das Projekt "No Place" wurde von den Galerien Arroniz Arte Contemporaneo, Mexiko, NF/NIEVES FERNANDEZ, Spanien, Galeria Nueveochenta, Kolumbien und Galerie Michael Sturm, Deutschland im vergangenen Jahr zur Art Lima in einem historischen Gebäude in Peru gegründet. Diese Zusammenarbeit wird unter dem Namen „No Place" nun in Berlin zum zweiten Mal fortgeführt.

Der Berliner Kurator Rüdiger Lange (loop raum für aktuelle kunst) hatte zuletzt im September 2017 mit der vielbeachteten Gruppenausstellung „Standard International #4 Spatial Clearings” die Räumlichkeiten von GLINT mit Lichtkunst belebt. Mit „Like Home“ zeigt er nun die Vielfalt internationaler Einflüsse auf die lokale Kunst in Berlin – beispielhaft vermittelt mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die einen starken Bezug zu Lateinamerika und Berlin haben.

Zeitgenössische Kunst im historischen Umfeld

Die Ausstellung No Place / Like Home versteht sich als temporäre Fusion zweier unabhängiger Formate. Im Fokus steht der Dialog von Kunst, Kultur und Architektur. „Wir freuen uns, der Kunstausstellung No Place / Like Home diese Plattform bieten zu können. Im GLINT, mit seiner besonderen Atmosphäre, können internationale Galerien und in Berlin lebende Künstler in den Dialog treten,“ sagt Marc F. Kimmich, Kunstliebhaber und Vorstand der COPRO AG. „Die historische Immobilie GLINT bietet dabei den perfekten Kontrast zu diesem kulturellen Austausch.“

 

Künstler und Künstlerinnen der Ausstellung:

No Place: Sven Braun, Mauro Giaconi, Omar Rodríguez-Graham, Juan Fernando Herrán, Fritzia Irizar, Russell Maltz, Kevin Simón Mancera, Moris, Pipo Hernández Rivero

Like Home: Gonzalo Reyes Araos, Carla Bertone, Isabelle Borges, Pablo Griss, Carla Guagliardi, Birgit Hölmer, Franz Küsters, Maria Muñoz, Francisco Rozas, Carlos Silva, Alejandro Stein

 

Eröffnung

Freitag 27.04.2018 18:00 - 24:00 Uhr

 

Öffnungszeiten

Gallery Weekend
 
Freitag 27.04.2018
Samstag 28.04.2018
Sonntag 29.04.2018
11:00 - 19:00 Uhr
 
Ausstellung
02.05.2018 - 12.05.2018 
 
Mittwoch - Samstag
13:00 - 19:00 Uhr
(10.05.2018 geschlossen)

 

Adresse

GLINT
Glinkastraße 17
10117 Berlin

 

Weitere Informationen zu der Ausstellung und den Künstlern finden Sie unter:

Art Dubai 2018

Vom 21. bis 24. März 2018
nehmen wir gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
 an der Kunstmesse ART DUBAI in Dubai teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Thomas Müller, Gerd Hasler, Borjana Ventzislavova,
Henk Stallinga, Mary A. Waters und Wolfram Ullrich.



Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand B14.

Drawing Now Paris 2018

Vom 22. bis 25. März 2018
nehmen wir gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
 an der Kunstmesse DRAWING NOW in Paris teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Rebecca Salter, Kevin Simón Mancera, Thomas Müller,

Dorothea Schulz, Marianne Lang, Stefan Zsaitsits und Marcia Hafif.


Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C12.

Auch Trauben haben Abgründe

Das zweite Album, heißt es in der Musikbranche, ist das schwerste. Ganz falsch ist dieser Satz auch in der Kunst nicht. Folgt einer ersten, im besten Fall beklatschten Einzelausstellung in einer Galerie eine zweite, ist diese meist entscheidend für die Frage, ob Galerie und Künstlerin oder Künstler weiter zusammenarbeiten. Entsprechend aufmerksam dürfte der zweite Solo-Auftritt der vormaligen Dieter-Krieg-Meisterschülerin Andrea Bender in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart (Christophstraße 6) verfolgt werden.

„Abwesend“ ist die Schau betitelt – obgleich doch das zentrale Bild „Vogelbauer Lotte“ prall gefüllt ist mit buchstäblich blühender Malerei. Und Lotte? Sie ist tatsächlich so abwesend wie auch die Blicke der Figuren in Andrea Benders Arbeiten. Da kommt jene Kälte, kommen jene Abgründe ins Spiel, die den ersten Auftritt der 1972 geborenen Andrea Bender bei Michael Sturm kennzeichneten.

Wie also klingt es, dieses zweite Album? Nicht immer so kühn, böse und eigenwillig verführerisch wie in der Trilogie „Trauben“. Diese aber stammt, wie das Lotte-Suchspiel aus diesem Jahr – und liefert die beste Begründung für die Frage, was nun wohl kommt. Die Lust am dritten Album, am dritten Solo-Auftritt bei Michael Sturm, ist geweckt.

Ein bisschen überall – darf man das mit Blick auf das Schaffen des in Wien lebenden Schweizers Heiri Häfliger sagen? Der vormalige Franz-West-Assistent arbeitet mit Alltagsmaterialien, doch nicht nur die Arbeiten, die Michael Sturm nun unter dem Titel „Odeur“ versammelt hat, scheinen den letzten Schritt in die eigene Souveränität zu scheuen. Da ist doch sehr viel Skulptur im Gepäck, bewusstes und allzu ablesbares Abzielen auf Materialgegensätze zudem.

Andererseits: ist es nicht wohltuend, ein Thema wie Globalisierung einmal schlicht im Zusammenspiel farbigen Toilettenpapiers zu behandeln? Die Sache also ist vertrackter und hintersinniger, als es auf den ersten Blick scheint. Für ein wirkliches Urteil fehlt die Breite des Blicks auf Häfligers Schaffen – und also muss es kommen, das zweite Album, muss er kommen, der zweite Auftritt.

Quelle: "Auch Trauben haben Abgründe" von Nikolai B. Forstbauer in den Stuttgarter Nachrichten am 2. März 2018.

Galerie Michael Sturm auf der Zona Maco 2018

Vom 7. bis 11. Februar nehmen wir an der Messe Zona Maco in Mexiko teil.

An unserem gemeinsamen Stand E213 mit der baeckerstrasse4 zeigen wir neue Arbeiten von Dave Bopp, Fernando García Correa, Heiri Häfliger, Kevin Simón Mancera, Luis Casanova Sorolla, Henk Stallinga und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Drunter und Drüber

Auf die Monumentalität Herbert Egls antwortet Dorothea Schulz mit dem Elan der Kleinform.

Nichts gesehen, aber viel erlebt. So könnte man den Eindruck beschreiben, den die Arbeiten von Herbert Egl beim Betrachter hinterlassen. Die fulminanten Materialgemälde des Stuttgarter Künstlers bringen in der Galerie Sturm einen ganzen Raum zum Vibrieren – allein durch die Kraft der Linie und das Drunter und Drüber der Bildelemente. Die weißen Wellen, deren Schwingungsdynamik über die Leinwände hinauszufließen scheint, sehen aus, als wäre Herbert Egl mit einem grobzackigen Kamm durch die Acrylmasse gefahren. In den Zwischenräumen deuten sich aus der Tiefe bald nebulöse Farbstrukturen an, bald Kalligrafien aus schwarzen Bindfäden. Doch nie schafft es das Auge, sich richtig scharf zu stellen. Und auch die Worte, die das Ganze beschreiben wollen, laufen ins Leere. Das monumentale Neoinformel (17000 Euro) lebt allein in der Formerfahrung des Augenblicks.

Während Herbert Egl in seinen Arbeiten auf die Überwältigung durch große Gesten setzt, erwacht bei der ebenfalls in der Galerie Sturm ausstellenden Künstlerin Dorothea Schulz der Elan der Kleinform – sowohl in den Gouachen aus der Reihe „Selbstgesprächsfetzen“ (ab 1600 Euro) mit ihren assoziativen Bild-Text-Witzen als auch in zwei ihrer Tuscheblätter, auf denen groteske Gestalten zum psychedelischen Wimmelbild zusammendrängen. Viele Gesichter erinnern an die Fantasiefratzen eines Hieronymus Bosch, andere an Aliens aus dem Science-Fiction-Film und einige sogar an Karikaturen von Angela Merkel.

Quelle: „Drunter und Drüber“ von Georg Leisten in der Stuttgarter Zeitung vom 15.12.2017.

 

PINTA Miami

Von 6. – 10. Dezember 2017 nehmen wir am Sonderformat Pinta Platforms der Pinta Miami 2017 teil. Gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4 präsentieren wir in diesem Rahmen die Installation 'Lumen Balance' unseres Künstlers Henk Stallinga. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Über das Solo Project Pinta Miami 2017:
Zum ersten Mal findet im Rahmen der Messe Pinta Miami das innovative Format Pinta Platforms statt, welches von Roc Laseca mit einem Fokus auf moderne und zeitgenössische Kunst kuratiert wurde.

Die Farbe kommt aus der Tiefe

Neues von Herbert Egl und Dorothea Schulz in der Galerie Sturm, Mueller-Roth setzt auf Nikolaus Koliusis.

In Stuttgarts Privatgalerien herrscht Hochbetrieb. Zahlreiche neue Ausstellungen locken. Mit einiger Spannung erwartet, zeigt der Maler Herbert Egl seinen neuen Werkzyklus in der Galerie Michael Sturm. „I like Chinese“ heißt die Schau.

 

Linien-Magie

 Herbert Egls Bilder erwachsen buchstäblich aus der Tiefe, immer ist der Maler sich selbst als Zeichner auf der Spur, staunt scheinbarüber die Folgen, die seine Liniengeflechte haben. Aus der Mitte heraus entwirren sie sich. Oder umgekehrt: zur Mitte hin verdichten sie sich, verschwinden in einer imaginären Tiefe, um – als Teil einer Farbexplosion zugleich – sofort wieder zurückgeschleudert zu werden.

Was aber geschieht, wenn man diesen Drang zur Mitte wegnimmt, die Verdichtung ausfällt, das Bildraumganze von Beginn an gleichwertiges Handlungsfeld ist? Dann hat man es mit einem neuen Werkzyklus des Stuttgarter Künstlers zu tun. Zu sehen ist er in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart. „I like Chinese“ ist die Schau betitelt, begründet auch durch „Anspielungen auf fernöstliche Kalligraphie“, wie es im Galerietext zur Ausstellung heißt.

Was geschieht? Auf ungrundierter Leinwand sind schwarze Bindfäden aufgebracht – und werden von weißer Acrylfarbe „verschluckt“, die nun wieder selbst zum Handlungsfeld wird. „Gekämmt“ wird die Fläche zur Linienfolge, zu einem Strukturgitter. Es ist ein harter Schnitt mit vorangegangenen Egl-Werkfolgen, und wohl auch deshalb haben die Mittelformate durchaus etwas Tastendes. Dann aber gibt es Bilder, auf die das neue Spiel der Kräfte wohl zuläuft, Arbeiten wie das Bild „Tischdecke“, das feinnervig das Liniengespinst zulässt, um zart fast die Mitte erblühen zu lassen.

An anderer Stelle setzt der Maler Egl seinen Dialog mit dem Fotografen Egl fort, treten – wie in „Eis“ – Fragmente einer unterlegten Fotografie hervor. Da ist er dann doch, der Spurenleger, Spurensucher und Spurenleser. Diesem folgt denn auch die Präsentation der Werke. Empfangen wird man von einem Aufbruch, von stürmischen Schritten im Egl-Neuland, von einer Folge, in der die Linien fast von leinwand zu Leinwand überzugreifen scheinen. Dann erst beruhigt sich die Lage, stellt sich die Frage nach gültigen Einzelbildern.

„I like Chinese“ – das hört sich so einfach an. Herbert Egl muss man Absicht untertellen. Auf leise Art Neuland zu betreten – das ist ihm gelungen.

 

Wort-Konter

Michael Sturm bleibt dem Künstlerdialog treu. Und so gesellen sich Aquarelle der in Berlin lebenden Karlsruherin Dorothea Schulz zu Egls „I like Chinese“-Folge. Ein Wortkonter und ein Wort-Konter, Ausrufezeichen und Fragezeichen zugleich. Wie bei dem deutlichen „zu lachs“. Da möchte man zustimmen, da möchte man dagegen sein, das glaubt man eingeordnet. Und dann ist da, klein, aber buchstäblich oho, dieses Fragezeichen. Wie also ist das jetzt mit dem lachs und dem lax?

Die Kunst von Dorothea Schulz? Ist eine Entführung an deren Grenzen. Eine Verführung, der Kunst zu misstrauen, um ihr doch fast euphorisch zu vertrauen. „Fastzeichnungen“ hieß die bisher vielleicht beste Werkgruppe, nun hält sie uns „Selbstgesprächsfetzen“ vor, 1000 Euro das Blatt, und im Oberlichtsaal der Galerie ebenso eine Aufforderung zur freudvollen Einzelentscheidung wie aber doch eigentlich zum umfassenden Sammlerzugriff.

Im Galerieflur ist derweil noch Raum für den „Himmel über Berlin“, Wolkenbilder, die so ungewollt wie folgerichtig auf eine weitere aktuell in der Christophstraße 6 zu sehende Position verweisen: Arbeiten von Nikolaus Koliusis.

 

Blau ist das andere

Am Anfang war die Fotografie, dann die Frage nach den Schritten auf dem Weg zum Bild – schließlich das Spiel mit den Materialien Folie und Spiegel, die Erörterung von Begriffen wie Bild, Skulptur und Installation. Und natürlich auch dies: Was war zuerst – das Licht? Der Raum? Das Material?

Niolaus Koliusis ist ein bestechend präziser Denker. Ein Künstler, der Wahrnehmung Form und Farbe werden lässt. „Blaubeziehung“ heißt seine aktuelle große Schau im Museum DKM Duisburg, und das Blau spielt auch jetzt die zentrale Rolle, wenn die Galerie Mueller-Roth offenkundig wieder in die Ausstellungsoffensive geht. Stuttgart tut dies ausgesprochen gut – umso mehr als Nikolaus Koliusis den Impuls geschickt nützt, um auf vermeintlich kleiner Fläche sein Folienalphabet auszubreiten.

Mehr denn je geht es dabei um das, was dazwischen liegt, um einen Raum aus Licht, Material und Bewegung. Und um das Selbstverständnis von Kusnt als bildgewordener Poesie. Alles ganz einfach, alles schlicht ungeheuerlich. Eine Zumutung. Die uns ermuntert: Blau ist das andere.

 

Quelle: Artikel "Die Farbe kommt aus der Tiefe" von Nikolaus Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, 01.12.2017.

Galerie Michael Sturm auf der ARTBO 2017

Vom 26. - 29. Oktober 2017 nehmen wir erneut an der Messe ARTBO in Bogotá, Kolumbien teil.
An unserem gemeinsamen Stand C5 mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4 zeigen wir Arbeiten von Brigitte Stahl, Marianne Lang, Wolfram Ullrich, Nina Rike Springer, Henk Stallinga, Frank Badur, Gerald Moser, Roger Ackling, Thomas Gänszler und Danica Phelps. Darüberhinaus freuen wir uns über die Präsentation von Henk Stallingas Lichtinstallation Lumens in der Sonderschau SITIO.

Bilder vom Messestand gibt es hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Komplexes Spielzeug

Anna Kubelik sucht Inspiration in der Quantenphysik, Dave Bopp hält sich an die Botanik.

Was ein Amplituhedron ist, muss man nicht wissen, um sich im Alltag zurechtzufinden. In der Kunst von Anna Kubelik allerdings kommt dem physikalischen Modell eines mehrdimensionalen Universiums zentrale Bedeutung zu. In einer Werkreihe, die sie jetzt in der Galerie Sturm sowie in knapperer Form auf der Solitude vorstellt, versucht die Schweizerin, wissenschaftlicher Theorie eine kreative Gestalt zu geben.

Bereits das Relikt der Eröffnungsperformance, ein Konstrukt aus Metallstangen, ist eine verkappte Raumzeichnung. Ein Video dokumentiert die somnambule Choreografie, in der schwarz gekleidete Tänzer an dem Objekt die Schwerkraft herausforderten. Physik für den Hausgebrauch bieten dagegen die Holzspielzeuge (ab 950 Euro), die sich wie eine überkomplexe Version des Zauberwürfels gegeneinander verdrehen lassen. Ist Kubeliks Welt damit stramm mathematisch (und nicht leicht zugänglich), freut sich ihr Kollege Dave Bopp am Kreatürlichen. Tausende von Blattformen wachsen zu schmutzig bunten Bilddschungeln übereinander, schmatzend feucht und undurchdringlich.

(Quelle: Artikel "Komplexes Spielzeug" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, 13. Oktober 2017)

 

Galerie Michael Sturm auf der Art Bodensee 2017

Vom 21. bis 23. Juli 2017 nehmen wir wieder
an der Art Bodensee in Dornbirn teil!

Dort zeigen wir Arbeiten von Dave Bopp, Gabriela Oberkofler,
Mary A. Waters, MORIS,
Agustín Gonzalez, Frank Badur und Wolfram Ullrich.

Gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
präsentieren wir Henk Stallinga in einer Solokoje.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unseren
Ständen Nummer 34 und  7!

Mehr Informationen finden Sie in unserem Newsletter zur Messe.

Kunst ist im Pool

Linien. Nichts als Linien. Sie überziehen den Boden, die angrenzenden Wände. „Drawing Installation“ – das ist der Titel dieser Arbeit eines jungen Künstlers, der einen nicht mehr genutzten Pool zur Kunstbühne macht. Der New Yorker Russell Maltz ist 24, als er 1976 sein Projekt „Pool“ beginnt – und er selbst gibt mit „Drawing Installtion“ die Richtung vor – der Pool als Anlass konkreten Kunst-Handelns.

Wie in einer Zeitreise ziehen sich nun die Linien aus dem Pool von vor 40 Jahren aus dem Oberlichtsaal der Galerie Michael Sturm in Stuttgart über eine Wand im zweiten Raum. Noch immer ist dem längst zum Konzeptstar aufgestiegenen Russell Maltz – aktuell umfassend auch in der Stadtgalerie Saarbrücken zu sehen – die Linie eine Untersuchung wert, noch immer ist sie nie nur gesetzt, sondern ist Teil einer Fragestellung. Dies macht die Sache spannend – und begründet zugleich den Ausstellungstitel „Becoming Painted/Stacked“.

„Painted/Stacked“ – Gemalt/Gestapelt, das ist Maltz zur Marke geworden. Aber wie kommt es zur Reduktion beziehungsweise zur Konzentration auf die so typischen bemalten und voreinandergestellten Holzplatten? Diese von Maltz selbst eingerichtete Schau weist klug und spannungsreich den Weg. Da passt es durchaus, dass Franz Erhard Walther sich über den Goldenen Löwen der Biennale Venedig für sein Lebenswerk freuen kann. Die Ehrung lenkt die Aufmerksamkeit mit gutem Grund wieder weit zurück in eine Zeit, da Kunst sich als Handlung und als Handlungsanweisung verstand und daraus formgewordene Denkmodelle entwickelte.

Was sich trocken anhört, hatte und hat eine ganz eigene Spannung – und verweist nicht nur in der Erinnerung performative Missverständnisse der Gegenwart auf die dekorativen Plätze. Die „Pool“-Reihe von Russell Maltz aus den Jahren zwischen 1976 und 1980 ist fester Bestandteil dieser Umformulierung von Räumen und Orten.

Im besten Sinn spektakulär gelingt es in der Schau bei Michael Sturm, die besondere Intensität einer konsequent konkreten Künstlerposition erlebbar zu machen. Man spürt die Spannung von „Pool“ unmittelbar, taucht ein in eine begeisternde Phalanx an Zeichnungen und muss zudem auch auf die Wiedererkennungsmelodie der Stapelskulpturen nicht verzichten.

(Quelle: Artikel „Kunst ist im Pool“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 26. Mai 2017

 

 

 

NO PLACE, Lima

Wir freuen uns ein neues Projekt, eine gemeinschaftliche Intervention, anzukündigen. Zusammen mit den Galerien Arróniz Arte Contemporáneo (México), NF Galería (Madrid), Galería Nueveochenta (Bogotá) und Galería Frances Wu (Lima) werden wir vom 18-29. April eine pop-up Ausstellung in Lima eröffnen, die je zwei Künstlerinnen und Künstler jeder Galerie, insgesamt also 10 künstlerische Positionen umfasst. Das Projekt wird weitergehen und in der Zukunft an anderen Nicht-Orten stattfinden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage: http://www.no-place.me/.

Drawing Now 2017

Vom 23. - 26. März 2017 nehmen wir an der Messe DRAWING NOW in Paris teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten von Gabriela Oberkofler,
Kevin Simón Mancera, Astrid Köppe, Dorothea Schulz und Thomas Müller.

Außerdem wird eine Videoarbeit von Gianfranco Foschino in der neuen Sektion Drawing Now Video zu sehen sein.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C12!

Art Dubai 2017

Vom 15. bis 18. März 2017
nehmen wir gemeinsam mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4
zum ersten Mal an der Kunstmesse
ART DUBAI in Dubai teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Thomas Müller,
 Gerald Moser, Henk Stallinga und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand B15.

Zwei Minuten sind ein Tag

Ausstellung der Woche: Henk Stallingas Grenzverschiebungen in der Galerie Michael Sturm

Metallringe verbinden sich, bilden Ketten, bilden Felder, bilden ein Hemd, an dem man schwer trägt. Die Ritter hofften einst, sich mit dem Kettenhemd schützen zu können. Die Verkettung der Umstände war indes schon vor 800 Jahren sprichwörtlich, und sie hat, wie der niederländische Installationskünstler und Gestalter Henk Stallinga deutlich macht, nicht von ihrer inhaltlichen Vielstimmigkeit verloren.

Stallinga verkettet gebogene Kunststoffröhren – innen LED-bestückt, können sie ganze Hallen einnehmen, machen aber auch als doppelbödiges Wandbild zwischen ertüchtigungs- und Erotikfreuden eine gute Figur. Letzteres lässt sich in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart überprüfen. Und „Figur“ ist noch nicht einmal eine falsche Fährte, lässt Stallinga, dessen Studio Stallinga für einige Akzente im internationalen Designfeld sorgen konnte, doch ein „dunkles Herz“ schlagen.

Wer die Grenzen von Kunst und Gestaltung auslotet, kann wortwörtlich schnell anecken. Gerade in Stuttgart, der Stadt, die sich etwa Anton Stankowski als Maler noch immer standhaft verweigert, gilt dies. Und so ist dieser erste Solo-Auftritt Stallingas bei Sturm von großem Interesse wie von großen Vorbehalten begleitet.

Die Spur Distanz, die Stallinga in den frühen 2000er Jahren zur Kunstszene hatte, kommt ihm nun indes zugute. Die Frage etwa, wie das ideale Bild zu einem erworbenen Dreisitzer passt, lässt sich am einprägsamsten durch die Umkehr beantworten: Wie musss der richtige Dreisitzer zum Bild aussehen? Bei Stallinga entsteht ein Ensemble, das man unterschätzen kann. Und doch wird eine Linie spürbar, die sich in einer zweiten zentralen Arbeit konkretisiert: Stallinga befragt das Material wie dessen Geschichte im Kunstzusammenhang. Ja, Stallingas „Lumens“–Lichlinien nehmen Fäden auf – aber sie stehen doch als (Weiter-)Leiter der Tageslichtwechsel souverän im aktuellen Skulpturenfeld. Mit dieser Leichtigkeit und Präzision kann der Tanz zwischen Kunst und Gestaltung gern weitergehen.

(Quelle: Artikel „Zwei Minuten sind ein Tag“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 03. März 2017)

Zona Maco, Mexiko 2017

Vom 8. bis 12. Februar 2017
nehmen wir an der Kunstmesse
ZONA MACO in Mexiko teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Dave Bopp, Fernando García Correa, Thomas Müller,
Brigitte Stahl und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C 214.

In der Freiheit eingesperrt

Natur ohne menschliche Spuren gibt es nicht, so Gabriela Oberkofler, die mit Daniel Sigloch ausstellt.

Die Taube ist nicht einverstanden mit dem, was hier passiert. Zwar kann sie nun munter vor der unberührten Kulisse eines Waldteichs vor sich hin gurren, aber wahrscheinlich wäre das Turtelvögelchen viel lieber unter seinen Artgenossen in der Großstadt, um Speiseabfälle vom Asphalt zu picken. Denn die Taube ist gefangen, mitten in der Wildnis. Da tröstet auch der rustikalschöne Käfig aus Zweigen nicht. Denn Natur pur, ganz ohne Spuren menschlicher Einflüsse und Einwirkung, ist kaum noch zu haben, selbst wenn Lebensmittel- oder Tourismusindustrie gerne das Gegenteil suggerieren.

Gabriela Oberkofler holt die bedrängten Lebenswelten von Tieren und Pflanzen zurück in das Bewusstsein einer vorwiegend urban geprägten Kunstszene. In der Stuttgarter Galerie Sturm, wo sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Sigloch auftritt, verfolgt sie diesen Ansatz in unterschiedlichen Medien. Ähnlich wie die Taube in der kleinen Videoinstallation (5800 Euro) trägt auch das Schaf auf dem gleichnamigen Aquarell (8500 Euro) den Stempel der menschlichen Unterwerfung.

Das gerasterte Muster eines Zauns zerlegt dem Tier buchstäblich das Fell. Ein nachdenklich machendes Bild. Im Vergleich zu dem grandiosen Archiv ausrangierter Weihnachtsbäume, das Gabriela Oberkofler zuletzt bei ihrer Ausstellung in der Kunsthalle Göppingen errichtete, wirkt die neue Auswahl aber ein wenig in der eigenen Botschaft erstarrt – seien es rosarote Schlachthofschweine oder eine für die ökonomische Verwertung zerkleinerte Latschenkiefer.

Eingängiger sind dagegen die Beiträge von Daniel Sigloch, der einst als Mitglied der Künstlergruppe Filderbahnfreundemöhringen, bevor er sich mit digital überarbeiteten Fotografien für eine Solokarriere entschied. In der Galerie Sturm zeigt der gebürtige Stuttgarter Wald- und Wasserlandschaften, die sich schimmernd überlagern. Nicht die Welt wird wiedergegeben, sondern eine diffuse Erinnerung an die Welt, was je nach Format zwischen 700 und 6500 Euro kostet.

Mitunter verkehrt sich das Cross-over der Realitäten sogar in das komplette Gegenteil. Die Aufnahmen einer Gebäudesprengung etwa lässt Siglochs Fotoverwandlung aussehen wie das warmgoldene Gewölk auf den Gemälden alter Meister.

(Quelle: Artikel „In der Freiheit eingesperrt“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Dezember 2016)

UNTITLED Miami 2016

 

Dieses Jahr sind wir erneut 
auf der Messe UNTITLED Miami vertreten.
Vom 30. November - 4. Dezember 2016 zeigen wir dort
Arbeiten von Mikael Fagerlund, Marcia Hafif und Lieven Hendriks.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Messestand C31!

Galerie Michael Sturm auf der ARTBO 2016

Vom 27. - 30. Oktober 2016 nehmen wir erneut an der Messe ARTBO in Bogotá, Kolumbien teil und sind dieses Jahr an gleich drei Orten auf dem Messegelände präsent:  
An unserem Stand A48 zeigen wir Arbeiten von Gianfranco Foschino, Károly Keserü, Dave Bopp, Russell Maltz und Wolfram Ullrich.

Bilder vom Messestand gibt es hier.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Art Alarm 2016!

Am 24. und 25. September 2016 laden die Stuttgarter Galerien wieder zum Galerienrundgang Art Alarm ein. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wir freuen uns zum Anlass des diesjährigen ART ALARMS die Ausstellungen der Mexikanischen Künstler MORIS - ESCAPANDO DE LA SOGA und FERNANDO CARABAJAL - TINTENFISCH (DISKURS OHNE WORTE) anzukündigen. Mit den Ausstellungen begehen wir außerdem das zwanzigjährige Bestehen der Galerie. Zusätzlich möchten wir gemeinsam mit Ihnen die Präsentation des aktuell im Kerber Verlag erschienen Katalogs von MORIS »The Triumph of the Rat« (zur gleichnamigen Ausstellung in der Stadtgalerie Saarbrücken 2015) feiern. Der Katalog ist dreisprachig (DE, ESP, ENG) und online oder in der Galerie erhältlich (Gestaltung: Studio Nicolas Zupfer).

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und haben

am Samstag, 24.9.2014, von 11 bis 20 Uhr und
am Sonntag, 25.9.2014, von 11 bis 18 Uhr

für Sie geöffnet!

Gras wächst im Museum

Die Stuttgarter Objektkünstlerin Vanessa Henn und der Leipziger Maler Sven Braun wagen den Dialog – in der Stuttgarter Galerie Michael Sturm.

Malerische Effekte beherrscht Sven Braun virtuos – und entsprechend unterläuft der Leipziger nur zu gerne auch die eigenen Qualitäten. Das Spiel mit dem Oberlichtraum in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart (Christophstraße 6) war offenbar zu verlockend. Und so spiegelt sich in seiner „Narbe“, die Gras im Museum wachsen lässt, das Raster der Oberlichtfenster. Zugleich ist es eine Szenerie der Distanz, der Malerei über Malerei – einer Malerei, die ihren Rang als Äußerung ebenso bestätigen kann wie auch Gefahr laufen muss, buchstäblich auszufransen.
Diese Sorge muss man sich bei Vanessa Henn nicht machen. Die 1970 geborene Stuttgarterin begibt sich in ein bewusstes Kunst-Sparring mit Braun – und zeigt vor allem mit ihren Wandskulpturen „Masterplan“ und „Subsystem (in Produktion)“ Kante.
Handläufe reloaded – das war Henns Erfolgsrezept. Und auch jetzt ist sie, mit „Touched“, wieder auf Reise durch verlorene Qualitäten. Da folgt man dann auch gerne einer „Umschreibung“, in der sich die Holzfundstücke wunderbar einfältig zu einer skulpturalen Linienfiguration verbinden. Die Materialbefragung treibt Henn in kleinformatigen Arbeiten („Sheer“) weiter, in denen Transparentpapier-Rechtecke, erneut fotografiert, nurmehr als geometrische Struktur wahrnehmbar sind. Ist es aber auch ein Schritt nach vorne? Da steckt doch in der Wandskulptur „Brechung und Bewegung“ von 2014 weit mehr Potenzial – wie auch auf ganz andere und eigene Art in der nur scheinbar unscheinbaren, aber doch auf Erweiterung drängenden Situation „Tempelhof“.
Ein Dialog mit Braun? Findet von „Tempelhof“ aus etwa mit der Maler-Szenerie „Traum (Ito)“ statt. Der Handlauf verschwindet nicht weniger im Raum als die Figur – und behauptet sich gerade dadurch.

(Quelle: Artikel „Gras wächst im Museum“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 29. Juli 2016)

Sommerpause

Vom 31. Juli bis 18. September gehen wir in die Sommerpause. In dieser
Zeit können Sie uns nach Vereinbarung in der Galerie antreffen.
Wir freuen uns auf das Wiedersehen zum Saisonstart mit dem Stuttgarter
Galerienrundgang ART ALARM (24. und 25. September) und unseren
Ausstellungen der Künstler MORIS (Israel Moreno)
und Fernando Carabajal, die am 24. September ab 11 Uhr eröffnet werden.
Bis dahin wünschen wir schöne Sommerferien!

 

Bild: ANTJE DORN (*1964): N° 26 aus der Serie "Bauten" (Ausschnitt), 60x50 cm, Öl auf Leinwand, 2015.

 

Galerie Michael Sturm auf der Art Bodensee

Vom 08. bis 10. Juli 2016 nehmen wir wieder
an der Art Bodensee in Dornbirn teil!
Die Messe findet in der Messe Dornbirn,
Messeplatz 1, A-6850 Dornbirn statt.

Dort zeigen wir Arbeiten von Dave Bopp, Kevin Simón Mancera,
Mary A. Waters, Norbert Fleischmann,
Károly Keserü, Frank Badur und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem
Stand Nummer 10 in Halle 14!

Treppenwitz

Treppengeländer sind eine flotte Sache. Kinder rutschen gern auf ihnen hinab, aber auch die Berliner Objektkünstlerin Vanessa Henn begeistert sich für die Dynamik der Handläufe. Aus den hölzernen Resten gründerzeitlicher Treppengeländer entstehen raffinierte Skulpturen, die das Rauf und Runter eines Hausflurs in die Bewegungsspur einer dreidimensionalen Raumzeichnung übertragen. Bei Sturm saust zum Beispiel eine scharf geschnittene Schräge die Wand hoch, während nebenan eine gedrechselte Schlange durch die Luft tanzt. Dagegen wirkt die würfelartige Bodenplastik, als hätte jemand ein komplettes Geländer gepackt, geknickt und fallen gelassen. Manchmal verändert Henn mit Umwandlungswitz Handläufe zu fast barocken Wandfeldern, die an den großbürgerlichen Alltag historischer Hausflure erinnern.

Im Unterschied zu der gebürtigen Stuttgarterin hat sich ihr parallel ausstellender Kollege Sven Braun ganz der Langsamkeit verschrieben. in der Feinmalerei des Leipziger Schülers von Neo Rauch geht es um brennende Briefe, unbekannte Philosophen und symbolische Erinnerungsbilder, die langsam im Nebelgrau verschwinden wie das anonyme Mädchen in der japanischen Schuluniform.

(Quelle: Artikel „Treppenwitz“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Freitag, 17. Juni 2016)

 

Zeichnen ist auch ein Konzept der Poesie

Ausstellungen der Woche


Am gestrigen Donnerstag haben sie wieder ­gemeinsame Sache gemacht, das Künstlerhaus Stuttgart (Reuchlinstraße 4 b) und die Galerien Sturm (Christophstraße 6), Hauff (Paulinenstraße 47) und Parrotta (Augustenstraße 87). „Linie West“ heißt der Schulterschluss, der die Kunsttüren bis 21 Uhr offenhielt (und erstmals in die „Linie West Night“ überging). Für Frank Ahlgrimms „Trust Me“-Auftritt in der Galerie Reinhard Hauff (begleitet von einem wunderbaren Katalog) war es der Vorabend des Finales an diesem Freitag. Man sollte es nicht versäumen. Wenn Marianne Eigenheer, Ahlgrimms Professorin vormals an der Kunstakademie Stuttgart, schreibt: „Eine organisch wachsende malerische Intellektualität entwickelte sich über die Jahre. Ein malerisches Gebäude, welches die verschiedensten Ebenen im Form- und Farb-Raum, aber auch im Zeit-Raum emotional und intellektuell umschließt, entsteht“, so löst ­gerade diese Schau den von Eigenheer erhobenen Anspruch ein.
„Ich bin nicht Sigmar Pollock, Jackson Polke“, lässt uns Ahlgrimm in einem vielfachen Reflex auf die jüngere Kunstgeschichte wissen. Da ist der Text, der seit den frühen 1960er Jahren autonome Bildfigur ist, da ist die Gefahr des Fahrwassers der ausgerufenen Helden, mit denen sich im Fall von ­Sigmar Polke und Jackson Pollock zugleich die Gegenwelt der Ironie über die Ironie beziehungsweise des bitteren Kunsternstes verbindet.
Dass Pollocks „All Over“ sehr wohl Teil von Ahlgrimms Bildwelt ist – in der malerischen Einverleibung aller vermeintlich nur multimedial spiegelbarer digitaler Realitäten: geschenkt. Ahlgrimms jüngster Coup, der Dialog realer Farbmaterie mit einem fast melancholischen Aufrufen des Eigenwertes stofflicher Strukturen, ist zu gut und zu konsequent, um historische Methodenspuren zu folgen. Fein für Ahlgrimm-Einsteiger: die wunderbaren „Physical Studies“-Collagen von 2009 für je 950 Euro. (nbf)
Ausweichen kann man den Blicken kaum. Und so eröffnet die Augenschar der irischen Malerin Mary A. Waters beim Betreten der Galerie Michael Sturm in Stuttgart denn auch sofort das Dialogfeuer. Sicher, was wir sehen, ist, was wir sehen. Aber so ganz trauen wir doch mit einigem Recht weder der Konzepthaltung noch einer Malerei, die den scharfen Blick auf die ­Präzisionsspitze treibt. „Eye“ heißt die vielteilige Ölbildserie von Waters schlicht. Es sind Blicke von heute – oder doch nicht?
Damit geht der erste Punkt schon mal an die Malerin – „Eye“ ist im Grunde ein Streifzug durch alle Zeiten. Und wenn uns der eine oder andere Blick doch bekannt vorkommt, folgen wir Waters auf der Kunstgeschichtsschiene mitten hinein in ihre reale Anverwandlung wohlhabender Schöner des 17. Jahrhunderts. Europa wird indigen in ­Waters’ „Portrait“-Zyklus – und so selbstverständlich wie leise und präzise die Quelle des anhaltenden Wohlstands identifiziert.
Gegen solche sanfte klare Kante könnte es eine Zeichnerin, die jede Linie zum Klingen bringt, schwer haben. Nicht aber Carolin Jörg. Die Stuttgarterin, Professorin inzwischen an der Kunstakademie in Augsburg, lässt ihre Formen schweben, knüpft sich weiter ihre zarten Liniennetze – aber wie das alles! Keine Unsicherheit, nirgends, kein Zurückweichen, kein Signal des Ungefähren verrät sie im kleinen Format. Einzig die „Gewebe“-Blätter geraten in die Gefahr, sich im Arbeitsprinzip zu erschöpfen.
Eher schon folgt man da zwei kaum, aber doch belastbar verbundenen Farbkörpern, die sich ohne viel Aufhebens auf das Papierweiß wagen. Weniger geht kaum, jedes Mehr wäre zu viel. Die Zeichnung, das macht ­Carolin Jörg mit ihrer Arbeit deutlich, ist auch ein Konzept der Poesie. Für 700 Euro kann man sich ein Teil dieser Kunst sichern. Der finanzielle Zugang zu Mary A. Waters beginnt bei 2400 Euro für die Werke der „Eye“-Serie. (nbf)

(Quelle: Artikel „Zeichnen ist auch ein Konzept der Poesie“ von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 20. Mai 2016)

Linie West

EINLADUNG ZUM RUNDGANG AUF DER LINIE WEST + LINIE WEST NIGHT

DONNERSTAG, 19. MAI 2016, 17-21 UHR

Gemeinsam mit den Stuttgarter Galerien
Reinhard Hauff, Parotta Contemporary Art,
und dem Künstlerhaus Stuttgart, laden wir an diesem Donnerstag herzlich
zum Rundgang LINIE WEST ein.

Wir zeigen Arbeiten von Carolin Jörg in ihrer
Ausstellung DON'T MESS UP THE STITCHES
und von Mary A. Waters in ihrer Schau IF I HAD TIME I WOULD.

 Von 17-21 Uhr können Sie an allen vier Standorten Kunst erleben.
Im Anschluss laden wir ab 21 Uhr zur ersten LINIE WEST NIGHT
mit Musik von Abel Auer in den Räumen von Parrotta Contemporary Art ein.
Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen die Kunst zu feiern!

Lätzchen und Wollmütze

Mary A. Waters verändert Alte Meister, während Carolin Jörg Lineaturen zu Strickgewebe verdichtet.

Plötzlich hat die Renaissance ein anderes Gesicht: ein dunkelhäutiges, multikulturelles. Anhand ihrer Gewänder lassen sich die Damen und Herren auf den Porträts von Mary A. Waters der frühen Neuzeit zuordnen, aber die Künstlerin verleiht den spanischen Granden, den Florentiner Adeligen die Hautfarbe afrikanischer oder indigener Völker. Damit verweist Waters in der Galerie Sturm nicht nur auf die moderne Kolonialgeschichte, die mit der Renaissance begann, sondern revidiert symbolisch auch die Verzerrung und Ausblendung des Fremden in der europäischen Bildnispraxis. Die Irin sucht stets historisch authentische, aber niemals weltbekannte Gemäldevorlagen, weswegen die schönen Unbekannten wie Angehörige eines vergessenen exotischen Herrschergeschlechts wirken.

Zeitgleich zeigt Carolin Jörg neuere Tuschezeichnungen. Typisch für die 1977 geborene Wahl-Stuttgarterin ist, dass sie offenbar keinen Unterschied zwischen Strich und Faden macht. So verdichten sich ihre geduldigen Lineaturen zu Strickgeweben zwischen Lätzchen, Pulloverärmel und labberiger Wollmütze.

(Quelle: Artikel „Lätzchen und Wollmütze“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Freitag, 15. April 2016)

PArC Lima 2016

Vom 20. bis 24. April 2016
nehmen wir an der Kunstmesse
PArC Lima in Peru teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten von Mikael Fagerlund,
Dave Bopp, Brigitte Stahl, Astrid Köppe,
Lieven Hendriks und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand Nr. 2.

Mehr Informationen finden Sie hier.

DRAWING NOW 2016

Vom 29. März bis zum 03. April 2015
nehmen wir an der Kunstmesse
DRAWING NOW in Paris teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten von Kevin Simón Mancera, Frank Badur,
Carolin Jörg, Danica Phelps, Dorothea Schulz und Thomas Müller.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand C 12.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Jazz ist Kraft

Der Jazz ist in der Stadt. Noch bis zum 6. März zeigt das Kunstmuseum Stuttgart die große Sonderausstellung „I Got Rhythm – Kunst und Jazz seit 1920“, und noch bis einschließlich diesen Samstag (Fr 13 bis 19, Sa 11 bis 14 Uhr) präsentiert die Galerie Michael Sturm (Christophstraße 6) Fotos aus dem Zyklus „Down at Theresa’s ...: Chicago Blues“ von Marc PoKempner. Erstmals 2007 hatte Sturm eine Auswahl präsentiert – jetzt sind die enorm kraftvollen Aufnahmen, im Jahr 2000 in einem Fotoband versammelt, im Dialog mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern der Galerie zu erleben.

1986 hatte PoKempner seine erste Begegnung mit dem Blues in Chicago. Damals studierte er noch Philosophie der Psychologie und wurde bald zu einem der wenigen weißen Stammgäste in Theresa’s Lounge – einem kleinen Kellerclub im heruntergekommenen Süden der Stadt. Hier trafen sich die Bewohner des Viertels – Schwarze, die seit den 1940er Jahren aus dem Mississippidelta in die nordamerikanische Industriemetropole zugezogen waren-, um zu trinken, zu feiern und einen Blues zu hören, wie es ihn nur in Chicago gab. Hier freundete sich PoKempner dann auch mit Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Buddy Guy und Junior Wells an – jenen Musikern, deren Lieder vor allem in ihren Interpretationen durch die Stones, Beatles oder The Cream die Musik revolutionieren sollten.

Nach anfänglicher Zurückhaltung – inzwischen hatte er auch Fotografie am Massachusetts Institute of Technology studiert – nahm PoKempner von Anfang der 70er Jahre an immer öfter die Fotokamera mit zu seinen Besuchen der Blueslokale. So entstand bis in die späten 1980er Jahre hinein jene Fotoserie, die im Jahre 2000 unter dem Titel „Down at Theresa’s ...: Chicago Blues“ als Buch veröffentlicht wurde. PoKempner zeigt in diesen Fotos nicht nur die Größen des US-amerikanischen Blues auf und abseits der Bühne, sondern fängt auch die besondere Atmosphäre und das Lebensgefühl einer Szene und deren Anhänger ein.

(Quelle: Artikel „Jazz ist Kraft" von Nikolai Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten, Freitag, 26. Februar 2016)

Zona Maco, Mexiko 2016

Vom 3. bis 7. Februar 2016
nehmen wir an der Kunstmesse
ZONA MACO in Mexiko teil.

Dort zeigen wir neue Arbeiten
von Marcia Hafif, Gianfranco Foschino,
Lieven Hendriks, Thomas Müller,
Daniel Sigloch und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand B 214.

Chicago Blues

Marc PoKempner hat in den Siebzigern die Musiker in den Jazzclubs der Stadt fotografiert.

Vor ihrer Handpuppe musste man sich hüten. Darunter verbarg die resolute Clubbesitzerin stets einen Revolver, wenn sie morgens um drei mit den Tageseinnahmen nach Hause ging. Theresa Needham und ihre Bar waren eine Institution im Chicago der Siebziger. Auf der Bühne des verrauchten Souterrains schlug das schwarze Herz des amerikanischen Blues. Legenden wie Jimmy Rogers, Junior Wells und vor allem Muddy Waters zählten zu den Stammgästen.

Als einer der wenigen Weißen, die in der seinerzeit von Afroamerikanern beherrschten Szene geduldet wurden, bekam der Fotograf Marc PoKempner die Gelegenheit, Eindrücke dieser einzigartigen Subkultur festzuhalten. Dunkelheit und Enge, vibrierende Lebenslust, gepaart mit Melancholie bestimmen die zwischen 1973 und 1982 entstandenen Aufnahmen, die nun bei Sturm zu entdecken sind. Getragen von wildem Stolz, stehen die Musiker auf der Bühne und geben alles – PoKempner spiegelt die Klangkraft des Blues in den Körpern seiner Akteure. Manchen Sänger erhöht der US-Fotograf in Untersicht zum Gott am Mikrofon. Und hinter der Bar wartet in blitzenden Flaschen der Zaubertrank dieses schwarzen Olymps: Hochprozentiges aus den Südstaaten.

(Quelle: Artikel „Chicago-Blues“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung, Freitag, 11. Dezember 2015)

UNTITLED Miami 2015

 

Dieses Jahr sind wir zum zweiten Mal 
auf der Messe UNTITLED Miami vertreten.
Vom 2. - 6. Dezember 2015 zeigen wir dort Arbeiten von Dave Bopp,
Thomas Müller und Wolfram Ullrich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Messestand A10!

Linie West

EINLADUNG ZUM RUNDGANG AUF DER LINIE WEST

DONNERSTAG, 05. NOVEMBER 2015, 17-21 UHR


LINIE WEST ist eine Initiative der Stuttgarter Galerien
Reinhard Hauff, Parotta Contemporary Art,
Michael Sturm und des Künstlerhaus Stuttgart.
Die LINIE WEST verbindet die vier fußläufig
zu erreichenden Kunstorte zu einem Galerienrundgang,
der etwa vierteljährlich von jeweils 17-21 Uhr stattfindet.

Nutzen Sie den Termin um einen letzten Blick auf unsere Ausstellungen
Dave Bopp - HIGHLY AGGREGATED und
Kevin Simón Mancera - UNA IMAGEN, MI PROPIA DAGA zu werfen.

Wir freuen uns auf euren und ihren Besuch!

Abscheu und Mitleid

Fröhliche Neoabstraktion trifft in der Doppelschau auf verstörende Zwitterwesen.

Seine Welt ist brutal und absurd. Obwohl die Figuren von Kevin Simón Mancera an Kinderbuchillustrationen denken lassen, wird auf seinen Zeichnungen unentwegt gekämpft, gemordet oder vergewaltigt: künstlerische Reflexe jener Drogen- und Bandenkriminalität, die in der kolumbianischen Heimat des Künstlers zum Alltag gehört. Schnell erobern die verstörenden Blätter die Aufmerksamkeit der Besucher bei Sturm, wo man dem Lateinamerikaner den fröhlichen Formalismus des Wahlstuttgarters Dave Bopp gegenüberstellt. Der möchte offenbar in die Fußstapfen einer psychedelischen Neoabstraktion treten, indem er den Bilderabfall des digitalen Daseins am Computer in Klebefolien umwandelt. Daraus entstehen dann in vielen Schichten schlierig-fleckige Farbteppiche, um in partybunter Kleinteiligkeit Anlass für allerhand figürliche Assoziationen und spaßige Suchspiele zu geben.

Eindringlicher wirken aber doch Manceras Arbeiten. Sie beschwören Abscheu und Mitleid herauf, zugleich muss man oft schmunzeln. Hier symbolisieren schwarzhaarige Affenmenschen den Rückfall ins Tierische, dort ritzt sich ein Verzweifelter eine blutige Liebeswidmung in den Bauch. In ihrer lakonischen Bitterkeit erinnern die Titel der grotesken Martyrien nicht selten an Goyas Grafikzyklen.

(Quelle: Artikel „Abscheu und Mitleid“ von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 09.10.2015)

Dachschaden

Sturm/Mueller-Roth Gemeinsam zeigen die Galerien Reto Boller und die Filderbahnfreundemöhringen

Übungen mit Gymnastikbällen sind gut für einen gesunden Rücken. Wer indes bei Youtube die Stichworte „Gymball stunt“ eingibt, sieht Videos übermütiger junger Menschen, die es offenbar darauf anlegen, mit Hilfe der bunten Gummikugeln in der Unfallchirurgie zu landen. Auch darauf scheint sich der Künstler Reto Boller zu beziehen, denn seine befremdliche Installation „Gymball stunt“ breitet zu Füßen einer draufgängerisch wirkenden Viererbande mit Bikerhelm ein riesiges Bodenkissen aus. Wer hier fällt, fällt wenigstens weich.
Eigentlich hat die Galerie Mueller-Roth ihre Ausstellungstätigkeit letztes Jahr eingestellt, macht aber für Boller eine Ausnahme und präsentiert den Schweizer Bildhauer gemeinsam mit der Galerie Sturm, wo sich zugleich auch die Filderbahnfreundemöhringen eingefunden haben.
Mittlerweile ist die Gruppe zum Duett (Michelin Kober/Daniel Mijic) geschrumpft, jedoch weiterhin darauf spezialisiert, die institutionellen Rahmenbedingungen von Kunst heraufszufordern. Diesmal gehen die Filderbahner mit einem ironischen Umbau an den Ausstellungsraum selbst ran. So brachen sie die Scheiben aus dem Glasdach des Oberlichtsaals heraus, um die Platten nach Art eines Kartenhauses zu stapeln, was recht fragil wirkt. Aber Kartenhäuser sind ja bekanntlich selten für die Ewigkeit.

(Quelle: Artikel "Dachschaden" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 05.06.2015)

Feinsinn

Die Stuttgarter Galerie Michael Sturm brilliert mit der Ausstellung „Schau doch mal rein"

Die Stuttgarter Galerie Michael Sturm bietet ein Stockwerk für die Kunst. Genauer ein Stockwerk für die Gegenwartskunst – und noch eine Feinstufe weiter ein Stockwerk für eine Kunst, die ihre Ziele mit großer Zurückhaltung zu erreichen sucht, ja, in der vielbeschworenen Konzentration auf das Wesentliche. Was bei Sturm zu sehen ist, geht von der Linie aus, so dass auch das Plastische zuvorderst Raumzeichnung ist.
Spektakulär im landläufigen Sinn kann ein Szenario entsprechender künstlerischer Arbeiten nicht sein. „Schau doch mal rein“ ist denn auch die aktuelle Schau in der Christophstraße 6 betitelt. Zu sehen ist ein Panorama der (Denk-)Anstöße, durch das man fast beiläufig mitten in die internationale Gegenwartskunst gerät. Da ist etwa der Dialog der Arbeiten des New Yorker Objektkünstlers Russell Maltz mit Arbeiten der ebenfalls in New York lebenden Konzeptkünstlerin Marcia Hafif. 1929 geboren, untersucht die Grande Dame der konzeptuellen Malerei weiter unverdrossen Farb-und Formverhältnisse. Dazwischen ein Betonblock von Moris, eine Setzung auch dies.

Eine vergleichbar intensive Formation der Analyse schaffen in einem weiteren Raum Werke von Roger Ackling, Sven Braun und noch einmal Russell Maltz. Wobei es die Leinwand des in Leipzig lebenden Sven Braun ist, die das Spiel mit der Frage nach den Verhältnissen der Dinge auf die Spitze treibt. Indem wir nichts sehen, sehen wir alles, und die Geschichte, so lehrt uns Braun hintersinnig, ist niemals jene, die uns erzählt wird.
Das, was dahinter liegt, interessiert auch den Stuttgarter Maler Herbert Egl. Er lässt seine Bilder stets ebenso aus sich heraus wachsen, wie auch aufgetürmte Formen wieder in den durch Farbaufträge geschaffenen Ebenen zu verschwinden scheinen. Feinsinn, der trägt, und im aktuellen Fall einen lyrischen Gegenpol zum buchstäblich verbissenen Humor der Filderbahnfreunde Möhringen bildet. Mausappetit macht deren Kegellandschaft möglich – da zeigt sich eines der Bilder des niederländischen Malers Lieven Hendriks zu Recht zurückhaltend als Studie über Graustufen.

Ein langer Flur kann zur Kunstfalle werden. Die Stuttgarter Objektkünstlerin Vanessa Henn macht dagegen Ernst mit der langen Horizontalen –  und präsentiert eine farblich rhythmisierte Linie, die ein Handlauf ist, der eine Skulptur ist. Ein neuerlicher Grund, dem Ruf „Schau doch mal rein“ zu folgen –  hinein in eine sorgsame Ausstellung, die mit den Bildern von Astrid Köppe nicht zuletzt noch eine in ihrer Souveränität überraschende malerische Position bietet.

(Quelle: Artikel "Feinsinn" von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten vom 25.04.2015)

Auf Umwegen

Inhaltlicher Doppelsinn und formalistischer Esprit verbinden sich zur Gruppenschau „Schau doch mal rein“.

Was haben Minimalismus und Mafia miteinander zu tun? Mehr als man denkt. Denn der massive Betonblock, den der nachnamenlose Künstler Moris der Galerie Sturm auf den Boden gewuchtet hat, spielt nicht nur auf die Bildhauerei der geometrischen Elementarform an, sondern auch auf eine Methode des organisierten Verbrechens, Leichen verschwinden zu lassen. Aus dem kantigen Klotz schaut nämlich noch ein brünetter Haarschopf heraus.

Auch andere Teilnehmer der sehenswerten Gruppenschau verstehen sich darauf, formalistischen Esprit und inhaltlichen Doppelsinn hinter bescheidener Fassade zu verbergen. So erweckt zum Beispiel das Bild von Sven Braun den Eindruck, der Künstler habe sich gar nicht die Mühe gemacht, irgendetwas zu malen. Dabei zeigt die vermeintlich nackte Leinwand in Wahrheit eine aufwendig simulierte Verweigerung. In perfekter Augentäuschung wiederholt hier ein gemaltes Bild seinen eigenen Untergrund. Beat Zoderer dagegen braucht tatsächlich weder Pinsel noch Farbe, solange er genügend bunte Metallabfälle aufsammeln kann. Gebogen und in Wandkästen gesperrt, werden aus den Aluminiumschlaufen poppige Ornamentfiguren. Aber auch die klassische Skulptur testet einen Umweg. Die Kleinplastiken des Stuttgarter Künstlerkollektivs Filderbahnfreunde Möhringen verdanken ihre amorphe Gestalt dem Tierreich. Es sind Käsestücke, von Mäusen angefressen und dann in Bronze gegossen.

(Quelle: Artikel "Auf Umwegen" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 10.04.2015)

Royal Academy of Arts

Im Januar diesen Jahres wurde Rebecca Salter in die Royal Academy of Arts, London gewählt. Dies ist eine der größten Auszeichnungen für britische Künstler, da zeitgleich lediglich 80 Künstlern diese Ehre zuteil werden kann. Die Institution, die sich in der Nähe von Piccadilly in der Londoner Innenstadt befindet, fördert die Künste durch Lehrangebote und ein reiches Ausstellungsprogramm. Wir gratulieren Rebecca Salter zu dieser großen Würdigung. Nähere Informationen finden Sie hier. (Bildquelle)

Feine Raster

Kästchen und Pünktchen – eigentlich nicht viel, aber Károly Keserü macht eine Menge daraus. Feinlinig und engmaschig wie Millimeterpapier sind die Rasterstrukturen des ungarischen Künstlers, trotzdem bleibt zwischendrin noch Platz für bunte Tupfer in mal quirlig blinkenden Sequenzen, dann wieder in der strengen seriellen Ruhe der Konkreten Kunst, deren Kinderstube man dem 1962 Geborenen immer wieder anmerkt.
Oft rufen seine Arbeiten auch Erinnerungen an Lochkarten aus der Computersteinzeit wach, dann wieder sind die Rasternetze der Tusche- oder Bleistiftzeichnungen so minutiös übereinander schraffiert, dass die Blätter zu schimmern beginnen wie Seidenstoffe.

Bei Sturm verbündet Keserü sich mit der Stuttgarterin Brigitte Stahl (Jahrgang 1964), die in ihren Plastiken und Papierobjekten eine minimalistische Resteverwertung praktiziert. Schon im Galerieflur empfängt den Besucher ein schrottiges Gesteck aus verrosteten Rohren und Stangen auf einem Betonsockel. Bei einer Arbeit hat Stahl wohl auch an ein gerade aus der Verpuppung schlüpfendes Flügelinsekt gedacht. Manchmal ist der Phoenix aus der Asche eben ein Schmetterling.

(Quelle: Artikel "Feine Raster" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 16.12.2014)

Wenn Abfälle "scraps" heißen

Arbeiten von Brigitte Stahl und Károly Keserü in der Stuttgarter Galerie Michael Sturm

 

Der Wert, den man Sachen zuschreibt, ist eine Frage der Sympathie. Ihr Gebrauchswert erscheint daneben unerheblich. Zudem steigert die Präsentation den Wert. Werden Abfälle als „scraps“ angesprochen, ist schon viel gewonnen. Nennt sich eine Ausstellung von Brigitte Stahl aber „scraps“, hat man Kunst vor sich. Denn die Stuttgarter Künstlerin, die in Pforzheim Grafik-Design und an der Karlsruher Akademie Malerei studierte, bringt Unscheinbarem nicht bloß Neigung, sondern auch Urteilskraft entgegen. Insofern sind die Dinge, die sie verwendet, keine klassischen Objets trouvés. Vielmehr sind sie das Resultat von Selektion.

Verwendung finden Einwickelpapiere, Klebebänder, Drucksachen, Reklame und Folien. Für plastische Arbeiten kommen Pappen, Hölzer, Metalle, Kabel, Stoffe, Ketten, Ranken, Plastikteile und vieles andere infrage, selbst Laub und Staub. Bildhafte Arbeiten nehmen mit sorgfältiger Faltung zuweilen den Charakter kleiner Reliefs, ja von Preziosen an. Deutlich größer sind dreidimensionale Arbeiten wie eine Sockelplastik mit einem Bündel Pappröhren, ein zwei Meter hohes Mobile und ein ausladendes Arrangement, das in einer Richtung drei Meter misst. Reichlich Raum zu individueller Deutung bleibt obendrein.

Der Titel der Parallelpräsentation mit Papierarbeiten von Károly Keserü, „stork“, bleibt rätselhaft. Die über rechtwinkligem Raster entwickelten Muster folgen dem binären Prinzip, dass Felder entweder besetzt sind oder nicht besetzt. Der ungarische Künstler, der nach Jahren in London nach Budapest zurückgekehrt ist, bedient sich winziger Punkte, die sich erstaunlich abwechslungsreich verteilen lassen.

Die Variablen der Gestaltung sind verschiedene Farben, deren Anzahl, die Dichte der gebildeten Reihen, ihre vertikale und horizontale Richtung, die Lücken, die sie lassen und ihrerseits Muster bilden, Störungen innerhalb einer Ordnung oder deren Auflösung, scheinbare Gewebe, Konstruktives oder monochrom wirkendes Gleichmaß. Gelegentlich legt Keserü, der in Melbourne und in London studierte, den Raster mit Hilfe von Fäden an. In der Galerie Michael Sturm ist „stork“ seine erste Solo-Show.

(Quelle: Artikel „Wenn Abfälle „scraps“ heißen“ von Rainer Vogt, Stuttgarter Nachrichten vom 09.12.2014)

 

Altmeisterliche Tricks

Man darf Lieven Hendriks getrost Täuschungsabsichten unterstellen. Leinwand und Farbe verkauft er dem Betrachter bald als zerknittertes Goldblech, bald als buntes Jugendstilfenster, dessen Bleieinfassungen man glaubt, mit den Fingern tasten zu können. Bei Sturm überzeugen die neuesten Arbeitsproben des Niederländers aber nicht nur, weil er das Handwerk der illusionistischen Tricktechnik so altmeisterlich perfekt beherrscht wie seine Landsleute und Kollegen aus dem 17. Jahrhundert – vom metallischen Reflex der Bleistege bis zum Schatten eines Baums. Während die klassische Trompe-l’oeuil-Malerei dem Auge Alltagsgegenstände auf Regalbrettern oder Wänden als dreidimensionale Tatsachen vorgaukelt, präsentiert der 1970 geborene Hendriks seine Parallelwirklichkeit gern modernistisch entschlackt. Was mitunter soweit geht, dass nur ein weißes Rauputzgeviert übrig bleibt, aus dem ein paar Nägel herausgucken.

Ironisch wird die Als-ob-Kunst besonders dort, wo Hendriks’ Fake-Fenster auf Piet Mondrian, den holländischen Stammvater der Abstraktion, anspielen. So nähern sich zwei weit entfernte Extrempunkte malerischer Ästhetik wieder einander an: die hyperrealistische Imitation der Dingwelt und die reine Gegenstandslosigkeit der Geometrie.

(Quelle: Artikel "Altmeisterliche Tricks" von Georg Leisten,

Stuttgarter Zeitung vom 07.11.2014)

Die Stunde Grau

 Nur Grau. Vielfarbig aber in sich. Mittig öffnet sich das Grau, gint eine weiße Linie frei, einen weißen Raum. Michelin Kober hat diese großformatige Szenerie gezeichnet. Eine Hommage an die eigene Tiefe des vielstimmigen Grau. Kunst über Kunst auch - eine Verbeugung vor Werken der späten 1950er und frühen 1960er Jahren. Die unbetitelte Arbeit von Michelin Kober aber steht doch ganz für sich, ist ein Ausruf, der durch die Themenschau "Tales of Mystery and Imagination" in der Stuttgarter Galerie Michael Sturm hallt. Und gerade so, als wollte Kober, vormals Teil des Konzept-Künstlertrios Filderbahnfreundemöhreungen, die Schau zum Solo machen, setzt sie mit einer weiteren großformatigen Zeichnung noch eins drauf. Kober ruft die Stunde Grau aus, gerade so, als brauche die gänzlich von Zuversicht durchdrungene und als Triumph der Kunst über die Beschwernisse des Tages verstandene Stunde Blau eine Antwort, die Zweifel anmeldet.
Edgar Allan Poes "Tales" sind Geschichten, die, durchaus im Wortsinn, stark zur Fabel neigen. Lässt sich aber der dunkle Brite wirklich so einfach als Hintergrunddrehbuch für eine Gegenwartsschau nutzen? Poe, viele Beispiele zeigen dies, hält solche Querverbindungen locker aus. Mehr noch aber - Ralf Christofori, als Kritiker auch für unsere Zeitung tätig, zeigt sich in seiner Rolle als genauer Beobachter und aufmerksamer Regisseur.
Nichts auf der Bühne, als welche die Stuttgarter Galerie Michael Sturm (Christophstraße 7) funktioniert, wirkt nur gewollt oder aufgesetzt. Viele Gäste hat Christofori mitgebracht, Künstlerinnen und Künstler, die sonst nicht bei Sturm zu sehen sind. Der Galerist als großzügiger Gastgeber? Nicht die schlechteste Antwort auf die in Stuttgart am Dienstag im Literaturhaus diskutierte Frage, ob und wozu Künstlerinnen und Künstler Galerien brauchen. Die in der Kunst so wichtige Rede und Gegenrede - hier ist sie spürbar, hörbar, fühlbar. Auch oder gerade weil Christofori auf leise Töne und betont klassische Äußerungsformen setzt.
Beispielhaft die Arbeiten von Daniel Sigloch, Filderbahnfreund auch er. Von Fotoarbeiten ausgehend, lässt er am Rechner Bildwelten entstehen, die fürwahr zwischen "Mystery" und "Imagination" stehen und in denen aus dem Ausgangsmotiv Vollmond denn auch ein Todesbote beziehungsweise ein Sinnbild der Vergänglichkeit werden kann. Solche Vanitas-Symbolik ist auch Laura Letinsky nicht fremd. Hier ist, was gemalt wirkt, nach feinem Arrangement fotografiert. Was bleibt vom Essen?, heißt denn auch wie seit Stillleben-Jahrhunderten: Was bleibt vom Leben? Vor allem Verwirrung, wenn man den Werken von Ginafranco Foschino glaubt. Von Sturm bereits in einer Einzelschau vorgestellt, verblüfft Foschino mit Videoarbeiten, die eben noch so den Stillstand jeder Bewegung melden. Nebel über einer Starßenfurt wird so zu einer Erzählung über Anwesenheit und Abwesenheit, über Werden und Vergehen. Entsprechend lässt Ursula Palla in ihrer Rauminstallation mit realer und nur aufscheinender Uhr die Zeit einfach zurücklaufen. Themenausstellungen erleichtern es, Kunstpositionen wieder in eigentlich verdientes Licht zu rücken. In diesem Fall profitiert Serge de Waha davon. Und gerade so, als habe Christofori Sorge, mit de Wahas schlichter Farbformstruktur werde seine Schau zu leise, setzt er im Oberlichtsaal der Galerie auf die Fratzen-Maskerade der Malerin Andrea Bender. Das hätte schiefgehen können - doch in dieser Auswahl antworten Benders Figuren sehr selbstbewusst auf das eher vom Konzept bestimmte Ausstellungspanorama.
Eine Kunsthallenschau in einer Galerie - geht das? "Tales of Mystery and Imagination" liefert eine klare Antwort - ja.

 

(Quelle: Artikel "Die Stunde Grau" von Nikolai B. Forstbauer,
Stuttgarter Nachrichten vom 02.07.2014)

Gruseleffekte

In keinem Plattenschrank der Siebziger durfte dieses Album fehlen. Mit seinen Vertonungen von Edgar Allan Poe schrieb The Alan Parsons Project Musikgeschichte. Den Titel der Kult-LP „Tales of Mystery and Imagination“ hat sich nun die Galerie Sturm für eine Gruppenschau geborgt, die nach dem konzeptuellen Potential des Unheimlichen fragt. Als Antwort bekommt sie zum Beispiel Heike Aumüllers bizarre Fotoinszenierungen von Spiegelspuk und Leichenfund im Wald. Oder den bösen kleinen Glatzkopf, den die Malerin Andrea Bender über einem kunsthistorisch vorbelasteten Seerosenteich schweben lässt. Daniel Mijic indes meißelt die Buchstaben aus alten Grabdenkmälern heraus, um mit den steinernen Lettern einen Memento-Mori-Spruch an die Wand zu schreiben: „Früher oder später krieg ich euch alle!“
Das Gruseln, so die Quintessenz der klug durchmischten Ausstellung, beginnt mit der Erwartung des Betrachters. Gianfranco Foschino weiß, welche Gedanken wabernder Nebel bei Horrorfilmfreunden auslöst. Und so macht sich der ereignislose Videoblick auf dunstige Wälder einen langen geduldigen Spaß aus unserem Bangen. Aber dann: kein Zombie, nirgends.

 

(Quelle: Artikel "Gruseleffekte" von Georg Leisten,
Stuttgarter Zeitung vom 20.06.2014) 

Gianfranco Foschinos stillgelegte Realitäten

Spätestens seit der Biennale 2011 sollte der 28-jährige Chilene Gianfranco Foschino in der Kunstwelt kein allzu Unbekannter mehr sein. Seine Videoarbeiten bewegen sich hart an der Grenze zur Landschaftsmalerei und verschwinden dann doch in feinfühliger Träumerei. Auf den ersten Blick zeigt sich bei Foschinos Arbeiten keine wirkliche Überraschung. Eine stark hochformatige, gerahmte Landschaft mit satter Farbwahl erinnert eher an digitale Landschaftsabbildungen vergessener Gegenden unserer Welt als an zeitgenössische Videokunst. Die extreme Aufteilung von Land- und Himmelpartien irritiert vielleicht – aber mehr als ein charmantes Lächeln erzwingt sie dennoch nicht. Erst bei genauerer Betrachtung entfalten die Arbeiten ihre Schwere. Die Wolken ziehen beinahe schleichend über die monotone Landschaft und der Ausdruck des Motivs gewinnt an Intensivität. Die poetischen Videoarbeiten Foschinos zeigen klare Proportionen, beinahe bewegungslos anmutende Flächen, die in seinen ungefähr zehn Minuten dauernden Loops die Stille des Motivs verstreichen lassen.
Er zeigt südamerikanische Plätze, Graslandschaften auf den Osterinseln oder abgelegenen Straßen die durch Wälder führen. Plätze die für den Betrachter entweder unbegreiflich oder selbstverständlich sind. Die zeitliche Dimension büßt in seinen anmutigen Videos jeglichen relativen Anspruch zugunsten der Ästhetik des Bildes ein. Foschinos Arbeiten zeigen keine komplexe Auseinandersetzung mit motivischem Bildaufbau, noch zeigen sie kritische Positionen zum Inhalt. Sie präsentieren beinahe Selbstver-ständliches, wie Menschen die über einen Platz marschieren, welchen er über Stunden von seiner Wohnung aus gefilmt hat. Dem Gezeigten wird keine klare Bedeutung oder Botschaft eingeflößt, noch werden sie übertrieben in den Vordergrund gesetzt. Es wird nur auf die ästhetische Kraft des Ruhigen, der meditativen Wiederholung und der Präsenz der Bewegung im Unbewegten verwiesen. Diese poetische Herangehensweise an eine, von meist sehr sterilen Inhalten geprägte Kunstform wie der Videokunst, verdeutlicht, dass die Re-interpration eines zeitgenössischen Mediums durch die Anlehnung an eine klassische Sprache wie der Malerei, innovative Darstellungsformen innerhalb der Grenzen seines eigenen Sujets aufzubrechen und weiter zu entwickeln vermag.
Foschinos Arbeiten wurden zuletzt in der Galerie Michael Sturm in Stuttgart in Kombination mit Rebecca Salters Papierarbeiten ausgestellt.

 

(Quelle: Artikel "GIANFRANCO FOSCHINOS STILLGELEGTE REALITÄTEN" von Daniel Lippitsch, artsandsignature.com 23.05.2014)

Auf nach Südamerika!

Michael Sturm erzählt im Gespräch mit Tobias Ignée warum er an immer mehr südamerikanischen Kunstmessen teilnimmt.

Zum Beitrag: SWR2 Journal am Mittag vom 17.4.2014, 12.33 Uhr

Leere und Leben

Der einzige Akteur ist der Wind. Selbst der beschränkt sich darauf, ein paar Grasbüschel schaukeln zu lassen oder langsam die Wolken zum Bildrand zu schieben. Gianfranco Foschinos Videolandschaften erkunden den schmalen Grat zwischen fotografischem Stillstand and filmischer Bewegung. Im Oeuvre des gebürtigen Chilenen kontrastiert das Verstreichen der Zeit mit der Statik des Raums, was bei Sturm auch das Medientriptychon "Praca do Patriarca" vorführt. Zu drei verschiedenen Tageszeiten blickt Foschino dort im Stil einer Überwachungskamera auf einen Platz im Zentrum von Sao Paulo: Von der morgendlichen Ereignislosigkeit über die vorabendliche Rushhour bis in die Nacht entspinnt der Wechsel von Leere und Leben zahlreiche kleine Geschichtsfragmente. Diskutieren die beiden Straßenkehrer womöglich über einen seltsamen Fund im Müll? Sind die späten Passanten vielleicht unterwegs zu einer geheimen Zusammenkunft?
Diesen Minimalismus der Inszenierung begleiten Rebecca Salters feinsinnige Zeichnungen, deren Fülle im Detail dem asketischen Gesamteindruck zu widersprechen scheint, komponiert die von asiatischer Tuschmalerei inspirierte Britin doch aus hunderten von Häkchen flatternde Lappen, um dann aus weißlich-transparenten Strichen ein gläsernes Allover aufzuhäufen oder in serieller Reihung Pinseltupfer neben Pinseltupfer zu setzen, als wäre es eine selbst auferlegte Bußübung.


(Quelle: Artikel "Leere und Leben" von Georg Leisten,
Stuttgarter Zeitung vom 11.04.2014)

Die Stuttgarter Galerie Sturm glänzt mit den Filderbahnfreunden

[...] Da wird es dann schon ernst mit möglichen Überraschungen. Die Stuttgarter Galerie Michael Sturm hält sie bereit: Ihre Bühne für die Aktions- und Konzeptgruppe Filderbahnfreunde Möhringen ist nicht nur Messepreis-würdig, sondern weist der Art Karlsruhe ganz nebenbei in aller Ruhe wie in aller Konsequenz den notwendigen Weg. [...]

 

(Quelle: Artikel "Die Gegenwart, das schwarze Loch" von Nikolai B. Forstbauer, Stuttgarter Nachrichten vom 14.03.2014)

Doppelgänger

Parallel zur diesjährigen Zona Maco ist bei Arròniz arte contemporáneo in Mexico City eine Kooperationsausstellung zu sehen. Neun Künstler der Galerie Michael Sturm sind dort vertreten: Frank Badur, Herbert Egl, Gianfranco Foschino, Vanessa Henn, Russell Maltz, Thomas Müller, Jo Schöpfer, Brigitte Stahl und Wolfram Ullrich.

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 4. Februar 2014, 19 Uhr

Das Leben ist doch banal

"Ich kann euch nicht hören - Scheiße! Tschüss." Unspektakuläre Alltagsereignisse wie dieses an der schlechten Verbindung gescheiterte Telefonat sind es, was Dorothea Schulz protokolliert, in Bild und Schrift. "Fastzeichnungen" heißen die experimentellen Tagebuchblätter, welche die in Stuttgart und Berlin lebende Künstlerin an den Wänden der Galerie Sturm zum Fries aufreiht. Neben grafischer Kritzelei entdeckt man in der Bilderstrecke auch Partyfotos und Basteleien aus Buntpapier. Die schönsten Momente des Journals bleiben aber doch die, in denen Schulz die banalen Lebensfetzen surreal erweitert: mit cartoonartigen Drohfratzen, Kopffüßlern, Ohrenkobolden und anderen Ausstülpungen der Tuschfederfantasie.
Radikaler noch wird bei Danica Phelps die Zeichnung zur Aufzeichnung. Die New Yorkerin macht nämlich Kunst aus der Haushaltskasse, indem sie Einnahmen und Ausnahmen mit einem System aus Farbstrichen visuali-siert. Im Wechselspiel der grünen (Einnahmen) und roten (Ausnahmen) Balken kann man mitverfolgen, wie Werte entstehen - und vergehen.

 

(Quelle: 
Artikel "Das Leben ist doch banal - Zeichnungen aus Berlin und New York forschen nach Ordnung im Alltag" von Georg Leisten, Stuttgarter Zeitung vom 10.01.2014)

Danica Phelps im Kunstforum und Magazin Der Spiegel

Danica Phelps (*1971) ist ab 23. November 2013 in einer Gruppenausstellung in der Galerie Michael Sturm zu sehen. Reinhard Ermen verfasste bereits für die Dezember-Ausgabe des Kunstforum International ein Einzelporträt über die New Yorker Künstlerin. Nun ist in der aktuellen Ausgabe des Spiegel zu lesen, dass die Daimler Kunstsammlung in dem Verwaltungsgebäude in Stuttgart-Möhringen Arbeiten von Phelps zeigt.

 

(Quellen:
Kunstforum International, Bd. 223, S. 220-223 und 
Der Spiegel, Nr. 46/2013, S. 95)

Galerie Michael Sturm unter den Highlights der artBO 2013

[...] Thomas Müller at Michael Sturm (Main Section)

A German gallery based in Stuttgart was another international surprise at the fair with several works of Thomas Müller, an established German artist, among the very few contemporary artists whose body of work is based entirely on conceptual drawing. Using ink, pen or crayon among others, his works are formal investigations of both medium and form. His work is currently on show in Bogota through January 2014 in the context of the contemporary drawing exhibition Linie Line Línea curated by Volker Adolphs (Kunstmuseum, Bonn) hosted by Banco de la Republica and Goethe Institut, presenting twenty German artists whose work revolves around the concept of line in drawing. Müller is considered one of Germany’s most influential draftsmen and has been collected internationally.

 (Ausschnitt des Artikels "ArtBO 2013: Highlights of the International Art Fair of Bogota" von Arie Amaya-Akkermans;
Quelle: http://theculturetrip.com/south-america/colombia/articles/artbo-2013-highlights-of-the-international-art-fair-of-bogota/)