Zeichnung 17

31.03.2017 - 13.05.2017

Henk Stallinga – Light Sinn

20.01.2017 - 18.03.2017

Gabriela Oberkofler // Daniel Sigloch

18.11.2016 - 14.01.2017

Russell Maltz – Becoming Painted/Stacked

24.05.2017 - 22.07.2017

Eröffnung: 24.05.2017, um 19 Uhr

 


Ausstellungsdauer: 25.05.2017–22.07.2017

 

 

Pressemitteilung

Russell Maltz, Becoming Painted/Stacked
 

Wenn jemand „geteert und gefedert“ wird, sind die nicht nur sprichwörtlichen Konsequenzen drastisch. Wenn unter der Hand von Russell Maltz Dachlatten, Ziegelsteine, Sperrholzplatten oder Papiere „bemalt und gestapelt“ werden, ist das weitaus weniger drastisch, aber nicht weniger konsequent. Seit den 1970er-Jahren verfolgt der New Yorker Künstler diese künstlerische Strategie mit einer Konsequenz, der man bis heute eine erstaunliche Kraft und Vielfalt attestieren muss. Vor allem ist sie Ausdruck einer inneren Haltung.

 

Die Galerie Michael Sturm vertritt den Künstler Russell Maltz seit inzwischen 20 Jahren. Die Schau „Becoming Painted/Stacked“, die am 24. Mai in unseren Räumen eröffnet wird, ist also eine ganz besondere Jubiläumsausstellung – und zwar in doppelter Hinsicht: Sie erinnert an die Gründungsjahre der Galerie und gleichzeitig an die Grundsteinlegung für jenen künstlerischen Ansatz, der die Arbeit von Russell Maltz seit nunmehr 40 Jahren prägt. Gezeigt werden Zeichnungen und Malereien, Wand- und Bodenarbeiten. Es ist in jedem Fall Malerei, so viel ist klar. Aber die Träger dieser Malerei und deren Stapelungen sind nicht immer eindeutig zu benennen.

 

Die Wurzeln von Russell Maltz’ umfangreichem Werk liegen in der amerikanischen Farbfeldmalerei. Anders als die Generation um Mark Rothko, Barnett Newman oder Clifford Still geht es Russell Maltz aber nicht um eine Erfahrung der Apotheose oder des Erhabenen. Stattdessen holt er die Malerei auf den Boden der Tatsachen zurück, ohne ihren Mehrwert zu leugnen: „I have always thought about painting as color moving across an area – a surface / the instance – the moment of coverage – the motion / in that succinctness – that moment of arrival – the painting happens.“

 

„Die Malerei geschieht“: Daraus resultiert für Maltz ein Verständnis, das die Aspekte der Bewegung, der Transition, des Spontanen und Instantanen immer mitdenkt. Seine Malereien und Stapelungen sind Setzungen, die Begegnung mit ihnen weniger kontemplativ als situativ. Seine Werke sind nicht hermetisch, sondern im besten Sinne offen – als hätte man es mit einem Zustand zu tun, der sich jederzeit ändern könnte.

 

Es ist vor allem die grundlegende Offenheit dieser künstlerischen Haltung, die Russell Maltz dazu veranlasste, Kunst an Orten zu schaffen, an denen man sie am wenigsten erwarten würde – beispielsweise in Garagen, Baumärkten oder in der freien Natur der österreichischen Alpen. Und es ist dieselbe Offenheit, mit der er alle möglichen und unmöglichen Materialien bemalt und stapelt – Kunststoffrohre in Mexiko, Brennholz in der Schweiz oder Metallprofile in einem Museum in Ohio.

 

Und nun also bis Ende Juli in der Galerie Michael Sturm: Russell Maltz – gemalt und gestapelt, situativ und mit bestechender Konsequenz. Weitere Arbeiten von Russell Maltz sind derzeit in einer Schau in der Stadtgalerie Saarbrücken zu sehen. Dort werden Arbeiten von 1987 bis Heute gezeigt, so hat Russell Maltz für den Innenhof der Stadtgalerie eine raumgreifende Installation realisiert.