Henk Stallinga – Light Sinn

20.01.2017 - 18.03.2017

Gabriela Oberkofler // Daniel Sigloch

18.11.2016 - 14.01.2017

Henk Stallinga – Light Sinn

20.01.2017 - 18.03.2017

Eröffnung: 20.01.2017, um 19 Uhr

Einführung: Dr. Ralf Christofori


Ausstellungsdauer: 21.01.2017–18.03.2017

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Wiener Galerie baeckerstrasse4.
Die Eröffnung in Wien findet am 25.01.2017 ab 19 Uhr statt.

 

Mit freundlicher Unterstützung des Königreichs der Niederlande.

 

Pressemitteilung

Henk Stallinga, Light Sinn

 

Die Galerie Michael Sturm freut sich, ab Ende Januar die erste Einzelausstellung des niederländischen Künstlers Henk Stallinga zu präsentieren.

Henk Stallinga wurde 1962 geboren und graduierte 1993 an der Rietveld Academie, Amsterdam. Im selben Jahr gründete er sein eigenes Designstudio. Die Nähe zur Kunst hat er jedoch immer beibehalten. In seinen künstlerischen Arbeiten wirkt der einflussreiche Neoplastizismus der niederländischen Künstlergruppe De Stijl ebenso nach wie die Prägung der amerikanischen Minimal Art.

Die Arbeit dark hearted etwa besteht aus Leuchtstoffringen, die vor einer monochrom schwarzen Bildfläche schweben. Die Ringe sind ineinander verkettet. Einzelne Segmente der Ringe sind schwarz ummantelt und bilden zusammengenommen eine schwarze Zone. Die Lichtintensität der sichtbaren Leuchtstoffringe nimmt zu und wieder ab. Vor dem Auge des Betrachters beginnt das „dunkle Herz“ zu pulsieren.

Etwas anderes geschieht in der Installation Lumens. Das Grundelement bildet hier eine leicht gebogene LED-Leuchtstoffröhre, von denen jeweils drei ein ausbalanciertes Mobile ergeben. Sie hängen an dünnen Seilen von der Decke, einige über Kopf, andere auf Brusthöhe. Sie kragen aus und ändern ihre horizontale Position im Raum. Einzeln oder in ihrer Gesamtheit bilden sie eine emergente Struktur, die sich permanent verändert und gleichsam eine Beziehung zwischen den Besuchern und den Objekten einfordert.

Es ist durchaus verlockend, die beiden beschriebenen Arbeiten mit den Lichtarbeiten von Dan Flavin in Verbindung zu bringen. Allein schon die Materialität der Leuchtstoffröhren legt das nahe. Aber genauso wie für Flavin, ist auch für Henk Stallinga die Materialität nie Selbstzweck. Für beide wird die Anordnung erst dort interessant, wo sie sich eigentlich materialisiert: im Raum, im Betrachter, in der Bewegung, in der Luft und an den Wänden, zwischen Werk und Betrachter.

Dieser größere Zusammenhang ist essenziell, um die Werke von Henk Stallinga einordnen und begreifen zu können. Auch dann, wenn er – wie im Falle der Arbeit Waiting in the Hallway – mit handfestem Stahl arbeitet. Die Einfachheit der Form mit der Einfachheit der Erfahrung zu verwechseln, wäre fatal. Das wusste schon Robert Morris. Und davor sollte man sich auch im Falle von Henk Stallinga hüten. Es geht ihm um eine umfassendere Wahrnehmung, die – aus einer vermeintlich einfachen Form heraus – den Raum, die Betrachter, die Bewegung, die Luft und die Wände einbezieht. Alle sind gleichermaßen involviert.