Herbert Egl // Dorothea Schulz

24.11.2017 - 27.01.2018

Dave Bopp // Anna Kubelik

15.09.2017 - 18.11.2017

Zeichnung 17

31.03.2017 - 13.05.2017

Henk Stallinga – Light Sinn

20.01.2017 - 18.03.2017

Gabriela Oberkofler // Daniel Sigloch

18.11.2016 - 14.01.2017

Gabriela Oberkofler // Daniel Sigloch

18.11.2016 - 14.01.2017

Eröffnung: 18.11.2016, 19–21 Uhr


Ausstellungsdauer: 19.11.2016–14.01.2017

 

Die Ausstellung ist Teil des Ausstellungsprojektes »Die Kunst zu Handeln« – Eine Zusammenarbeit zwischen dem Künstlerbund Baden-Württemberg und Galerien in Baden-Württemberg von September – Dezember 2016. Im Rahmen des Projektes ist auch ein gemeinsamer Katalog (Modo) entstanden. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Künstlerbunds.

 

 

Gabriela Oberkofler – Man verkraftete Ihren Anblick nicht.

»Man verkraftete den Anblick der Berge nicht. Heute benutzt man sie als Turngerät.«1 (Nina Bußmann)


Die Pflanzen- und Tierwelt bestimmen die Sujets in den detailreichen Zeichnungen der in Bozen,
Italien geborenen Künstlerin Gabriela Oberkofler (*1975). Ob in ihren großformatigen Panoramen
oder in kleinformatigen Studien – Oberkofler widmet ihre Arbeit dem ambivalenten
Beziehungsgeflecht zwischen Mensch, Tier und Natur im Zeitalter des Anthropozän. Es sind
Existenzen am Rande der Wahrnehmung, welchen wir durch die Augen der Künstlerin gewahr
werden. Die Latschenkiefer, eine strauchförmige Baumart zum Beispiel, die sie in den Sarntaler Alpen
entdeckte, interessiert die Künstlerin und motivierte Sie zu ihrem Panorama. In der Galerie wird es
im Oberlichtraum auf einem Farbfeld im für ihre Installationen typischen Grünton präsentiert.
Latschenkiefern wachsen an ungewöhnlichen Standorten an der Baumgrenze, also zwischen 1.800
und 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Aus ihrem Holz wird das begehrte Latschenkieferöl
gewonnen, das in Medizin und Kosmetik Verwendung findet. »Alle seine Teile sind wertvoll«, verrät
die Künstlerin im Interview. So ist es nur konsequent wenn sie in ihrer Arbeit – an der Grenze
zwischen künstlerischer Zeichnung und naturwissenschaftlicher Studie – den Baum in seine
Bestandteile zerlegt, wobei selbst die Eindrücke zu verschiedenen Jahreszeiten Berücksichtigung
finden. Genaue Beobachtung verlangen den Betrachtenden auch ihre kleinteiligen Zeichnungen ab
und schaffen so womöglich eine Sensibilität für genau jene Tier- und Pflanzenwelt, die wir zuweilen
für Nutzungszwecke domestizieren, gar bedrohen und deren Anblick man nicht ohne weiteres
verkraftet.

 

Daniel Sigloch – Controlled Demolition

Der Stuttgarter Daniel Sigloch (*1970, Stuttgart) zeigt uns in seinen neuen Arbeiten Wolkenberge,
die sich vor unseren Augen auftürmen. Der Künstler, der seine Bilder mittlerweile fast ausschließlich
am Computer entwickelt, hat für Controlled Demolition 1 und 2 mit den Videoaufnahmen von
Sprengungen industrieller Bauten gearbeitet – Dokumente kontrollierter Zerstörung also. Durch sein
spezielles Verfahren, das man als digitale Collage bezeichnen könnte, entstehen sfumatoartige
Landschaften, welche die Reduktion auf ein einziges Bild nicht mehr zulassen. Der Künstler und
Theoretiker Victor Burgin hat für das Phänomen, dass man nach einem Kinofilm kein eindeutiges
Bild, sondern vielmehr ein Kondensat einer Vielzahl von Bildern erinnert, den Begriff des »sequence-image« geprägt. Sigloch bietet uns in seinen Arbeiten ebensolche »sequence-images« an. Durch die
Überlagerung unzähliger Bilder, entstehen Werke, die auf den ersten Blick wie romantische
Landschaften wirken mögen. Erst beim Herantreten drängen sich verpixelte Stellen im Bild auf. Sie
geben einen Hinweis auf die kontrollierte Zerstörung des Bildmaterials, die der Künstler wiederum
am Bildschirm vorgenommen hat und die doch zu stimmigen Resultaten führt. Trotz hoch
technisierter Arbeitsweise ermöglichen diese Landschaften kunsthistorische Anbindungen an
malerische Positionen wie Turner oder Caspar David Friedrich. Kein Wunder also, dass Daniel
Siglochs Arbeiten im musealen Kontext der Malerei zugeordnet werden. Wenn die Computer-Maus
zum Pinsel wird, lassen sich auch Fragen über die Malerei im erweiterten Feld formulieren.

1) Nina Bußmann, Ich kann diese Geschichte nicht mehr vergessen, in: Jahn, Andrea (Hrsg.), Alles Wieder Zurück, Gabriale Oberkofler, Ausstellungskatalog, Wien/Bozen, 2014: 58.