* 1953 in Stuttgart
lebt und arbeitet in Stuttgart
Begreift man Herbert Egls Bilder aus sich heraus, also quasi
selbstreferentiell, dann sind sie in den frühen Jahren seiner
künstlerischen Arbeit einer Haltung entsprungen, die man rückblickend
als „lyrische Abstraktion“ bezeichnen könnte. Lyrisch und abstrakt sind
seine Werke bis heute geblieben, ihre Fremdreferenz aber hat sich in den
vergangenen Jahren drastisch erweitert. Egls Bilder sind abstrakt, aber
sie sind nicht das, was man im Zuge der Abstraktion gerne als
gegenstandslose Malerei bezeichnet. Seine Malereien haben stets einen
Gegenstand, sie stellen Relationen her zu den verschiedensten mikro- und
makroskopischen Bezugssystemen.
In seinen Malereien bahnt sich die Farbe ihren Weg, und man weiß nicht
so recht, ob sie diesen Weg ihrer Eigendynamik verdankt oder der Hand
des Künstlers. Dann wieder erweitert Herbert Egl die Malerei wunderbar
assoziativ, indem er abstrakte Fotografien integriert oder auf der
gesamten Leinwand ausbelichtet. Auf diese Weise entstehen Amöben und
Wurmfortsätze, Tentakeln, Organe, pathogene Muster. Es könnte sich um
monumentale Bilder mikroskopischer Aufnahmen handeln, aber ebenso um
geologische oder urbane Strukturen aus 5000 Metern Höhe.
Seine Arbeiten sind „Transformationen, „Verschiebungen“,
„Ereignishorizonte“ – so die Titel seiner Arbeiten und Bilderzyklen. Sie
scheinen die künstlerische Triebfeder Herbert Egls gleich mit zu
benennen: jenen Antrieb, der die Bildentstehung als organischen Prozess
versteht – malerisch und motivisch.