* 1929 in Pomona, CA, USA
lebt und arbeitet in New York und Laguna Beach, CA, USA
Marcia Hafif gehört zu den frühesten Vertretern der so genannten
radikalen oder analytischen Malerei. In einem frühen Aufsatz, 1978 in
der Zeitschrift „Artforum“ publiziert, beschrieb die US-amerikanische
Künstlerin diese künstlerische Haltung sehr präzise. Nicht zufällig trug
er den vielsagenden Titel „Beginning Again“. Er sollte einen Neuanfang
kommentieren, im Zuge dessen Hafif und ihre Künstlerkollegen die Mittel
der Malerei auf die Textur und Ausdrucksqualität monochromer Farbflächen
reduzierten.
Wie nuanciert und vielfältig die Ergebnisse dieser selbst gewählten
Reduktion sein können, hat Marcia Hafif in den vergangenen vierzig
Jahren ihres Schaffens eindrucksvoll und mit bestechender Konsequenz
unter Beweis gestellt. Je nach Format, Farbton, Lasur und Pinselstrich
schlagen ihre monochromen Bilder unterschiedliche Assoziationen und
Stimmungslagen an. Nicht selten tragen Hafifs Bilder Titel, die auf Orte
und Landschaften verweisen. Stets aber gehen sie von der Qualität und
Materialität der Farbe aus. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Eine wichtige Werksgruppe bilden Marcia Hafifs frühe Zeichnungen, durch
die sie Anfang der 1970er-Jahre erst zur monochromen Malerei fand. Einen
kurzen Bleistiftstrich neben den anderen setzend, bedeckt sie in diesen
Arbeiten die gesamte Zeichenfläche mit Markierungen. In der Reduktion
auf die einfachsten zeichnerischen Mittel geht Hafif zurück zu den
elementaren Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst. Wie ihre monochromen
Malereien, so sind auch Marcia Hafifs Arbeiten auf Papier elementar.
Gleichzeitig markieren sie den Anfang aller Möglichkeiten – seien es nun
Markierungen, Zeichen, Takte oder Notationen.