* 1952 in Brooklyn, NY, USA
lebt und arbeitet in New York
Seit
Anfang der 1980er-Jahre setzt sich Russell Maltz intensiv mit den originären
Parametern konstruktiver Kunst auseinander, um dieses Erbe in seiner eigenen
Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Dabei bedient er sich klassischer
künstlerischer Materialien und Kompositionsmuster, aber ebenso unorthodoxer
Werkstoffe wie Sperrholzplatten, Glas und Zementblöcken.
Auf diese
Weise entstehen geschichtete Papier- und Glasarbeiten, in denen Russell Maltz
Farbe und Trägermaterial komponiert, darunter die Arbeiten „Ballpark XXXS“, die
der New Yorker Künstler 2002 im Württembergischen Kunstverein realisierte, oder
„Sunbeam Splay / Transfer“ (2005) für das McDonough Museum in Youngstown, Ohio.
Sein
jüngstes Projekt mit dem Titel „5@5+1“ war eine temporäre Installation im
öffentlichen Raum. Die Arbeit bestand aus auf Paletten gestapelten
handelsüblichen Wandbausteinen aus Zement. Mit gelber Leuchtfarbe teilweise
bemalt, hat Maltz die Paletten auf fünf Baustellen sowie vor dem Cleveland
Institute of Art arrangiert. Diese Installationen sind gleichzeitig Objekt und
Ereignis, denn als temporäres Objekt gingen sie nach einiger Zeit den üblichen
Weg der Verarbeitung.
Maltz setzte damit nicht nur ein künstlerisches Zeichen an einem scheinbar kunstfernen Ort, sondern er artikulierte ganz bewusst die Kluft zwischen dem Produzenten und seinem Produkt, zwischen der funktionalen Bestimmung des Materials und seiner künstlerischen Verwendung. Auf diese Weise gelingt es Russell Maltz immer wieder, der konstruktiven Kunst auch jenseits abgeschotteter Ausstellungssituationen ganz neue Dimensionen und Einflussbereiche zu erschließen.