* 1960 in Ebingen
lebt und arbeitet in Stuttgart
Thomas Ruppel könnte man als Farbfeldmaler bezeichnen. Er setzt auf die physische Kraft der Farbe ebenso wie auf deren psychische Wirkung. In seinen Ölbildern untersucht er innerhalb einer horizontalen Streifenkomposition die Wirkung von Farben aufeinander und auf den Betrachter. In einem langwierigen Prozess entstehen in subtilen Veränderungen der einzelnen Farbnuancen differenzierte Beziehungen der Farben untereinander. Dabei wecken seine Arbeiten schnell Assoziationen an Landschaften, deren Horizontlinien gleichzeitig trennen und verbinden.
Gerade diese Horizonte oder Trennlinien zwischen den Farbfeldern entpuppen sich als eine Besonderheit von Thomas Ruppels Malerei. Von weitem scheinen die Farbfelder hart gegeneinander abgesetzt, mit einem eigenartigen Flirren in den Übergängen. Bei näherer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass es diese Trennlinie so nicht gibt. Vergleichbar dem Sfumato in der Renaissancemalerei geht eine Farbe allmählich in die andere über. Die hauchdünnen Zwischentöne, die an dieser Farbschwelle entstehen, verbinden damit die scheinbar getrennten Felder zu einem atmosphärischen Ganzen, unterstützt vom samtweichen Glanz der mit Alkydharz vermischten Ölfarbe.
In seinen jüngsten Malereien hat sich Ruppel von der streng horizontalen Komposition entfernt, um sich gewissermaßen dem Bild im Bild zu widmen. Dabei bilden „Passepartout“ und Bildfläche eine Komposition aus zwei zarten Farbwerten, die kaum kontrastieren und abermals an den Trennlinien vor dem Auge zu flimmern beginnen. Technisch perfekt. Optisch irritierend. Künstlerisch äußerst reizvoll.