* 1970 in Stuttgart
lebt und arbeitet in Berlin
Vanessa Henn studierte von 1992 bis 2001 an der Stuttgarter Akademie
unter anderem bei Joan Jonas und machte zwischendurch einjährige
Abstecher an die Akademien in Edinburgh und Christchurch, Neuseeland.
2002 war sie Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg, 2004 am
ceeac in Straßburg, und im Herbst 2005 hatte sie ein Arbeitstipendium an
der Cité des Arts in Paris.
In ihren Installationen und Objekten verbindet Vanessa Henn formale
Reduktion und spielerischen Witz, dessen Motive sie aus der
Alltagskultur schöpft und aus einer scharfsinnigen Beobachtung des
öffentlichen Raumes und der in ihm entstehenden Situationen. Ihr
besonderes Interesse gilt dabei den verschiedenen zur Architektur
gehörenden Funktions- und Stilelementen, die dazu dienen, den Fluss der
Öffentlichkeit zu lenken und zu regulieren – wie zum Beispiel Stege,
Geländer oder Wegweiser.
So hat sie sich einem breiteren Publikum bereits bekannt gemacht durch
ihre Arbeiten aus industriell gefertigten Treppenhandläufen, die ihre
bunten Bahnen durch die Ausstellungsräume und an den Wänden entlang
ziehen. Werke dieser Art sind für Henn fast schon zu einer Art
Markenzeichen geworden und verwischen auf gekonnte Weise die Grenzen
zwischen Bild, Skulptur und Rauminstallation. All diese mehr oder
weniger funktionalen Elemente der Stadtmöblierung entfalten unter ihren
Händen ein assoziationsreiches Spiel, in dem aber ein Thema immer
wiederkehrt: den Weg, die Bewegung von einem Ort zum anderen, als einen
immer wieder neu zu entdeckenden Schatz an sinnlichen und erzählerischen
Erfahrungen aufzuschlüsseln und vor Augen zu führen.