Das Werk des
1947 in London geborenen Künstlers zeichnet sich durch eine eigentümliche
Technik und die Verwendung von ungewöhnlichem Material aus. An Land gespültes
Treibgut – hölzerne Fund- und Bruchstücke, meist noch mit Farbresten Nägeln
oder Löchern versehen und ihrem früheren Zweck als Alltagsgegenstände
entfremdet – fungiert als Ausgangsmaterial seiner Arbeiten. Als Weggeworfenes
abstrakt geworden, werden diese Zivilisationsabfälle im Kontext des
Kunstschaffens neu bewertet.
Roger Ackling
bearbeitet diese Fundstücke nicht auf herkömmliche Weise im Atelier. Er
arbeitet gleich am Fundort – an der Küste oder der Peripherie der Stadt und
steht hierin auch in gewisser Weise der Land Art nahe, wobei er jedoch die
Natur und Landschaft im buchstäblichen Sinne auf den in ihr gefundenen
Gegenstand fokussiert: Er legt jeglichen physischen Kontakt zum Trägerobjekt ab
und brennt mit Hilfe eines Brennglases und dem Licht der Sonne kleine schwarze
Narben in das Holz und ordnet sie wie Schriftzeichen von rechts nach links in
exakt geraden Linien und geometrischen Blöcken auf dem Trägermaterial an.
Eigenheiten des Holzes werden dabei durchaus berücksichtigt und so entsteht ein
harmonisches und ausgewogenes Ganzes, das durch seine innere Ruhe und Gelassenheit
besticht.
Acklings Kunst lebt wesentlich von der Wiederholung und der symbiotischen Zusammenarbeit mit der Natur. In der Wiederholung, nicht in der Neuentdeckung oder im Fortschritt, liegt für ihn der Schwerpunkt seines Schaffens.
So wird der Arbeitsprozess, der sich seit 25 Jahren kaum verändert hat, immer mehr zu einer Meditation, zu einer Freimachung des Geistes von zivilisatorischen Einflüssen.
Der Künstler stellt sich hierbei als eine Art Medium in den Dienst der Natur. Seine Aktion ist in seinem Werk anwesend, auch wenn man sie nicht sehen kann.
Vor dem Hintergrund einer Kunst des ›objet trouvé‹ sind die Fundstücke, so bearbeitet, zum Kunstobjekt geworden.