Herbert Egl // Dorothea Schulz

24.11.2017 - 13.01.2018

Herbert Egl // Dorothea Schulz

24.11.2017 - 13.01.2018

 

Eröffnung: 24.11.2017, 19-21 Uhr

 
Ausstellungsdauer: 25.11.2017–13.01.2018

 

 

Pressemitteilung

HERBERT EGL – I like Chinese

und

DOROTHEA SCHULZ - Selbstgesprächsfetzen

 

I like Chinese – die Ausstellung von Herbert Egl nimmt eine seiner kulinarischen Vorlieben zum Anlass, um dahinter eine zutiefst malerische zu offenbaren. Zumindest offenbart das gleichnamige Werk einen deutlichen Bezug zur fernöstlichen Kalligrafie: eine ungrundierte Leinwand, auf der schwarze Bindfäden expressive Bahnen ziehen, darüber weiße Streifen aus dickem Acryl, die in ihrer Form und Anordnung tatsächlich an chinesische Schriftzeichen erinnern. In Egls jüngsten Malereien spielen solche Überlagerungen oder Schichtungen eine zentrale Rolle. Dabei bringt er nicht etwa Sichtbares zum verschwinden, sondern er macht Dinge in den Zwischenräumen erst sichtbar. In dem Querformat Eis legt er wie mit einem Eiskratzer den Blick auf ein Foto frei, das unter dem dicken Acryl liegt. In dem großformatigen Gemälde Tischdecke wirkt die „gekämmte“ Acrylschicht wie eine Art Gaze oder Mull, durch dessen Gewebe die darunter liegende Malerei hindurchscheint. Mit erstaunlicher Klarheit schafft es Herbert Egl, auf dem schmalen Grat zwischen Transzendenz und Körperlichkeit zu wandeln, ohne auf eine der beiden Seiten abzukippen. Das gehört eindeutig zu seinen malerischen Vorlieben und Vorzügen.

Die Kunst von Dorothea Schulz sucht fast immer die direkte Auseinandersetzung mit dem Menschen. Ihre Arbeiten sprechen uns an, manchmal sprechen sie mit uns, in einigen Fällen entstehen sie erst aus dem Gespräch heraus. Aus dieser Konstellation heraus entstanden in den vergangenen Jahren unter anderem die Werkgruppen der Gesprächszeichnungen (ab 2006), Gerichtszeichnungen (2007/08) und Ablasszeichnungen (2012). Angesiedelt zwischen Bild und Text, zwischen Wahrheit und Dichtung, zwischen Anschauen, Lesen und Zuhören fand Dorothea Schulz dafür eine ebenso poetische wie prosaische Bild-Sprache. In ihrer jüngsten Werkgruppe schaut, redet und hört Dorothea Schulz erstmals in sich selbst hinein. Was dabei herauskommt, sind Selbstgesprächsfetzen, die zwar schnell hingeworfen erscheinen, aber lange nachwirken: eine Farbfläche, die „zu lachs“ erscheint; ein „Zahnbürstenmassaker“ im Unterholz; ein „sorry“, das repetitiv verhallt. Schulz spielt mit Wortbildern und bildet Sätze mit Worten, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Ein zweiter Blick sucht in den Gouachen den tieferen Grund und kehrt zurück zum Wort. Das Selbstgespräch der Künstlerin bleibt erratisch. Aber genau deshalb wollen wir es ganz genau wissen.